Keine UVP für Karner-Projekte. Umweltverträglichkeitsprüfung für Erweiterung nicht notwendig. Nun muss Firma um Genehmigung ansuchen.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 20. November 2019 (04:10)
Die Bodenaushubdeponie „Greifenstein II“ und der Sandsteinabbau „Greifenstein I“ sollen in St. Andrä-Wördern errichtet werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist für die Projekte nicht notwendig. Nächster Schritt: die Genehmigungen.
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Auf einer Gesamtfläche von rund 22.000 m will die Firma Karner die Bodenaushubdeponie „Greifenstein II“ errichten, beim Steinbruch soll der Sandsteinabbau „Greifenstein I“ entstehen, Größe: rund 39.000 m . Die beiden Projekte wurden beim Land bereits eingereicht – die ersten Schritte Richtung Realisierung sind getan: In einem Bescheid hat die NÖ-Abteilung Anlagenrecht festgestellt, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht notwendig ist.

Das Schreiben der Landesregierung kursiert online – auf Social Media machen Nutzer ihrem Unmut Luft. Der Kritikpunkt: Für die Errichtung sind Rodungen erforderlich, 71.810 m Gesamtfläche sind im Masterplan vorgesehen. Mit der bestehenden Deponie kommt die Firma auf ein Gesamt-Rodungsareal von 82.548 m – das entspricht ungefähr elf Fußballfeldern.

„Genehmigungen für die einzelnen Gewerke müssen nun erst eingeholt werden.“ Maximilian Titz, Bürgermeister (ÖVP)

Die „vielen Vorurteile“ und die „Nervosität“ der Anrainer kennt Bürgermeister Maximilian Titz (ÖVP). Der Ortschef von St. Andrä-Wördern betont, „dass dieser Bescheid vorab lediglich die Abhaltung einer UVP bescheidet, das bedeutet noch keine Genehmigung. Diese Genehmigungen für die einzelnen Gewerke müssen nun erst eingeholt werden.“

Jetzt geht die Planung ins Detail. Geprüft werden beispielsweise Vorgaben bezüglich Wasser, Umwelt, Aufforstung oder Verkehr. Und das kann dauern. Titz: „Dieses Verfahren wird schon einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Ein zeitlicher Rahmen, in dem die beiden Projekte realisiert werden sollen, geht aus dem ersten Bescheid des Landes nicht hervor.

Nähere Auskünfte über das Vorhaben soll ein Informationsabend im Gemeindeamt bringen. Am Dienstag, 26. November, um 19 Uhr können Interessierte die Pläne der Firma Karner kennenlernen. Stellungnahme will das Unternehmen bis dahin keine abgeben. Junior-Chef Florian Benischek verweist auf die Info-Veranstaltung, „wo das Projekt vorgestellt wird.“