Zweites Gleis ins Tullnerfeld. Landesrat Schleritzko und Bürgermeister Eisenschenk hoffen mit Infrastrukturpaket auf bessere Anbindung Tullns.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:35)
Stadtgemeinde Tulln
Landesrat Ludwig Schleritzko und Bürgermeister Peter Eisenschenk wollen den zweigleisigen Ausbau der Strecke Tulln - Tullnerfeld weiter forcieren.

Bahn-Pendler aus Tulln kennen das Problem: Grundsätzlich wäre die Verbindung nach Wien oder St. Pölten über den Bahnhof Tullnerfeld ja sehr gut und auch schnell. Aber wenn ein Zug Verspätung hat, ist der Anschlusszug gleich einmal weg und es heißt warten. Kurz gesagt: Die öffentliche Anbindung der Bezirkshauptstadt an den Knotenpunkt im Tullnerfeld lässt noch Spielraum für Verbesserungen.

Wichtiges Ziel rückt deutlich näher

Abhilfe könnte das Infrastrukturpaket zwischen Land, ÖBB und Bund bringen, das Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor kurzem gemeinsam mit Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko präsentierte. Eine der vereinbarten Maßnahmen betrifft den möglichen zweigleisigen Ausbau der Verbindung Tulln - Bahnhof Tullnerfeld. Damit ist auch für Bürgermeister Peter Eisenschenk, „ein wichtiges Ziel deutlich näher gerückt“.

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Landesrat Ludwig Schleritzko: „Wir wollen die Kapazitäten des Bahnhofes Tullnerfeld erweitern, auch die Strecke Tulln-Tullnerfeld soll im Zuge dessen eine Weiterentwicklung erfahren. Tulln soll sozusagen näher an die Westbahnstrecke rücken. Die konkreten Entwicklungsmöglichkeiten werden erarbeitet und Ende 2019 auf dem Tisch liegen.“

„Wir wollen die Kapazitäten des Bahnhofes Tullnerfeld erweitern, auch die Strecke Tulln-Tullnerfeld soll im Zuge dessen eine Weiterentwicklung erfahren"

Eine erste Verbesserung der Anbindung von Tulln hatten die zusätzlichen Verbindungen Stockerau-Tulln-Tullnerfeld geschaffen, die im Jahr 2015 nach Forcierung durch die Stadt Tulln eingeführt worden waren.

„Die Eingleisigkeit der Strecke ist und bleibt jedoch ein Engpass, der einen wirklich optimalen Streckentakt unmöglich macht. Eine leistungsstarke, zweigleisige Anbindung beziehungsweise Integration Tullns in die Westbahnstrecke eröffnet ungeahnte Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Stadt und der ganzen Region. Daher hat dieses Vorhaben für mich höchste Priorität“, so Bürgermeister Peter Eisenschenk.

Der Prozess bis zu einem zweigleisigen Ausbau ist umfangreich und wird noch einige Jahre dauern. Bürgermeister Peter Eisenschenk möchte parallel dazu die Anbindung der Innenstadt Tullns und auch des Campus Tulln Technopol an den Bahnhof Tullnerfeld durch das Bus-Verkehrsnetz optimieren – entsprechende Gespräche mit dem VOR haben bereits begonnen.

ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif rechnet „aufgrund der Komplexität“ erst Mitte 2020 mit konkreten Entwicklungsmöglichkeiten, die dann im Rahmen der Weiterentwicklung des ÖBB-Zielnetzes evaluiert werden. In den im Dezember 2018 angekündigten Verkehrsdiensteverträgen war der zweigleisige Ausbau noch bis 2029 als „nicht zwingend erforderlich“ eingestuft worden.

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