Zeiselmauer und Muckendorf: Vereinigung hielt 17 Jahre. 1972 wurden Zeiselmauer und Muckendorf fusioniert, 1998 erfolgte die Abspaltung.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 21. April 2021 (04:00)
Hannes Seipt, Leopold Laber, Bürgermeister Hermann Grüssinger, Wolfgang Ranharter und Erich Schmatz verkünden zu Silvester 1997/’98: „Wir sind eine eigene Gemeinde.“
Laber, Laber

Das Gemeindegebiet von Muckendorf-Wipfing umfasst die Katastralgemeinden Muckendorf und Wipfing. Nachdem diese beiden Orte im Jahre 1972 in die Großgemeinde Zeiselmauer zusammengeführt worden waren, konnte nach mehrjährigen zähen und überaus schwierigen Verhandlungen mit 1. Jänner 1998 die Selbständigkeit als Gemeinde Muckendorf-Wipfing erlangt werden.

Muckendorf-Wipfing hat es 17 Jahre mit der Großgemeinde Zeiselmauer „probiert“ und festgestellt, dass die Nachteile der Zusammenlegung überwogen. Auf dem Weg zur Trennung der Großgemeinde waren erhebliche Widerstände zu überwinden, bis die jüngste Gemeinde Niederösterreichs wieder entstehen konnte.

„Das Ergebnis aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Muckendorf, Wipfing, Zeiselmauer und Wolfpassing zur Großgemeinde Zeiselmauer war, dass viele Jahre hindurch mehrheitlich Unzufriedenheit in der Bevölkerung von Muckendorf und Wipfing mit dem gemeindepolitischen Geschehen in der Großgemeinde bemerkbar war“, erläutert Muckendorfs Vizebürgermeister a.D. Leopold Laber.

Bereits 1992 formierte Hermann Grüssinger eine Bewegung, die die Wiedererschaffung einer eigenständigen Gemeinde Muckendorf-Wipfing zum Ziel hatte. Dieses Ziel fand zwar in den beiden Katastralgemeinden Muckendorf und Wipfing Unterstützung, jedoch musste sich die Bewegung mit sehr vielen mächtigen Gegnern von der Landesspitze über Bezirkspolitiker bis hin zu einer teilweise aufgebrachten Bevölkerung in den anderen Ortsteilen auseinandersetzen. „Wir hatten in ein Wespennest gestochen“, so Hermann Grüssinger.

Muckendorf ist seit 1998 eigene Gemeinde

Schlussendlich wurde am 2. September 1997 die Trennung seitens der NÖ Landesregierung per 1. Jänner 1998 beschlossen. Bei der Gemeinderatswahl 1997 war nun die „Wahlgemeinschaft Muckendorf-Wipfing (WMW)“ - ÖVP und parteilose Mitglieder - und die SPÖ Muckendorf-Wipfing für die Wähler als wahlwerbende Listen wählbar. Seit damals ist Hermann Grüssinger Bürgermeister, Leopold Laber war Vizebürgermeister, Harald Germann löste ihn 2015 ab.

Aus der damals kleinsten Gemeinde im Bezirk Tulln mit 860 Hauptwohnsitz-gemeldeten Bürgern wurde eine mittlerweile 2.129 Einwohner (davon 1.674 mit Hauptwohnsitz) zählende Gemeinde.

Die Großgemeinde Zeiselmauer wurde 1998 unter dem damaligen Bürgermeister Josef Meyer (SPÖ) zur Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing. Das Gemeindegebiet umfasst seither die beiden Katastralgemeinden und Ortschaften Wolfpassing und Zeiselmauer.

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