Neue Landmark für den Campus Technopol Tulln. Ein Neubau am Campus Technopol Tulln soll ab dem Frühling 2023 Digitalisierung für alle greifbar machen.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:31)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrat Jochen Danninger, die Landtagsabgeordneten Christoph Kaufmann, Klaus Schneeberger und Bernhard Heinreichsberger sowie Bürgermeister Peter Eisenschenk mit dem gerade erst enthüllten Modell für das reale Haus der Digitalisierung.
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In virtueller Form existiert das Haus der Digitalisierung bereits. Nun wurde im Festsaal des Minoritenklosters auch das Modell des realen Gebäudes vorgestellt, das bis zum Frühling 2023 am Campus Tulln Technopol Form annehmen soll. Der gesamte Kostenrahmen für das Projekt beträgt 33,5 Millionen Euro.

Der von der ARGE Vasko + Partner, Architekten Kronaus, Gallister und Mitterer gestaltete Neubau wird am Campus Tulln auf rund 4.200 Quadratmetern eine Erweiterung der Fachhochschule in Tulln (einer Filiale von Wiener Neustadt), Flächen für Mieter, Start-Ups und Gastronomie sowie als Herzstück einen Showroom bieten.
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„Die letzten Wochen und Monate haben uns alle gefordert, unser aller Leben auf den Kopf gestellt“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Präsentation. Die Coronakrise habe aber auch die Digitalisierung beschleunigt. Digitale Kommunikationsformen und Online Shops hätten einen wahren Boom erlebt, Home Office und Home Teaching sehr gut funktioniert.

„Es soll dem digitalen Wandel in Niederösterreich ein Gesicht geben und die Projekte, Unternehmen und Menschen, die sich mit ihm beschäftigen, vor den Vorhang holen.“ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner über das Haus der Digitalisierung

Sie denke dabei auch an die Landesgeschäftsstelle für Digitalisierung die bereits 2017 im Wirtschaftsressort geschaffen wurde, aber auch an Initiativen wie die Plattformen „Mein Schaufenster“ und „Niederösterreich wird nahversorgt“ oder das Programm „digi4KMU“, mit dem Digitalisierungsprojekte kleiner und mittlerer Unternehmen mit bis zu 53.300 Euro gefördert werden.

Das reale Haus der Digitalisierung in Tulln solle nun ein Landmark für Niederösterreich werden, mit Strahlkraft weit über die Grenzen hinaus. Nach Vernetzung der Knotenpunkte St. Pölten, Krems, Wieselburg, Tulln, Klosterneuburg und Wiener Neustadt in den Bereichen Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft werde hier ein Meilenstein gesetzt, der eine Aufwertung für den gesamten Campus Tulln bedeute.

Details zum Bau verriet Landesrat Jochen Danninger . Geplant sei ein Neubau mit rund 4.200 Quadratmetern Fläche. Herzstück wird ein Showroom, in dem Architektur und Technik in atemberaubender Weise zusammenspielen. Neben dem Eingangsbereich samt Infopoint und einer Erweiterung der Fachhochschule Wiener Neustadt in Tulln wird das Haus der Digitalisierung auch Flächen für Mieter und Startups sowie einen Gastronomiebereich bieten.

Das Haus wird sich laufend verändern, wofür auch jährlich wechselnde Ausstellungsthemen sorgen werden. „Wir wollen die Menschen in Staunen versetzen und unsere Betriebe auf die digitale Überholspur führen“, betonte Danninger.

Als „offenes Haus für Niederösterreich und die Bevölkerung Tullns, Studierende und digitalaffine Menschen“ sieht Bürgermeister Peter Eisenschenk das „historische Projekt“ für Tulln. Als Vorreiter in Sachen Garten, Umweltschutz, Klima und Nachhaltigkeit sei die Stadt am besten Weg eine „green smart city“ zu werden. Intelligente digitale Mobilität solle in Zukunft dafür Sorgen, dass Tulln aus der gesamten Ostregion noch besser zu erreichen ist, etwa in dem die Anbindung Hauptbahnhof-Bahnhof Tullnerfeld noch attraktiver gestaltet wird. Das Haus der Digitalisierung werde auch seinen Beitrag leisten, noch mehr wissbegierige junge Menschen und Startups nach Tulln zu bringen.

Als Aufsichtsratsvorsitzender erläuterte Klaus Schneeberger die Rolle der Fachhochschule Wiener Neustadt in dem Projekt. Mit 4.000 Studierenden und weiteren 700 in der Filiale Wieselburg sowie 300 in der Filiale Tulln sei sie erstens die größte FH des Landes. Zweitens habe die FH Wiener Neustadt ihre Kompetenz eingebracht, indem sie die Führung bei der Entwicklung des Hauses der Digitalisierung übernahm. In Tulln entstehe nicht nur ein Flaggschiff der Digitalisierung, sondern auch der Bildung in ganz Niederösterreich. Die Erweiterung der FH in Tulln werde außerdem die Standortqualität für die Studierenden massiv verbessern. Anstelle der bisherigen Container sei eine Verbesserung bei Hörsälen, Seminarräumen und Büros gewährleistet.