Das Technologie- und Forschungszentrum Tulln boomt. In die vierte Ausbaustufe des TFZ wurden 11,3 Millionen Euro investiert. Erster und größter Mieter ist die Oxford Antibiotic Group, die damit ihr Headquater in Tulln erweitert und ausbaut.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 26. Februar 2021 (12:10)

Der Technopolstandort Tulln wird weiter attraktiviert. "In weniger als einem Jahr Bauzeit entstand hier trotz der Corona-Pandemie ein fix fertiges Objekt", lobt Wirtschafts- und Technologielandesrat Jochen Danninger die rasche Errichtung der bereits vierten Ausbaustufe des Technologie- und Forschungszentrums (TFZ) Tulln. Bis heute wären insgesamt mehr als 154 Millionen Euro in die TFZ des Landes Niederösterreich investiert worden.

Auf 40.000 Quadratmetern hochwertiger Büro- und Laborflächen werden mehr als 1.100 Miterbeiter von Unternehmen beschäftigt. Die TFZ seien ein unverzichtbarer Bestandteil im europa- und weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe. Und mit dem Haus der Digitalisierung entstehe in Tulln nur wenige Meter entfernt das nächste wichtige Projekt.

Maßgeschneiderte Lösungen und bestmögliche Infrastruktur

Als "Hotspot der Innovation" bezeichnet Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die Stadt Tulln und: "Wenn uns die Pandemie etwas gelehrt hat, dann, dass wir die Wissenschaft brauchen, um Antworten zu geben." Der Impfstoff sei die Antwort auf Covid-19, Wissenschaft und Forschung werden aber auch in Zukunft Antworten geben. Modernste Infrastruktur, wie hier im TFZ Tulln, schaffe das geeignete Umfeld dafür: "Hier wurden 11,3 Millionen Euro investiert, um forschungsaffinen Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen und die bestmögliche Infrastruktur zu bieten."

"Wir eröffnen heute das Haus D des TFZ", sagt Bürgermeister Peter Eisenschenk. Das D stehe für die Dynamik der Stadt und er sei zuversichtlich, dass Tulln irgendwann bei Haus Z angelange, wenn es vielleicht auch nicht physisch gebaut werde, denn Z stehe für Zukunft. "Tulln hat hier zwei Millionen Euro aus seinem Haushalt investiert", informiert Eisenschenk weiter. Er ist zuversichtlich, "dass sich jeder Cent bezahlt machen wird, mit Forschungsergebnissen für Österreich und die ganze Welt."

Im Kampf gegen multiresistente Keime

Global agiert auch der erste und größte Mieter im Haus D, die Oxford Antibiotic Group. "Das ist ein klares Statement: Unser Headquater bleibt in Österreich", betont Geschäftsführer Alexander Pretsch und weiter: "Geschwindigkeit ist für uns Forscher wichtig." Das habe die Corona-Krise gezeigt und das spiele auch bei den aktuellen Leadprojekten seines Unternehmens eine wichtige Rolle. So beschäftigt sich die Gruppe u.a. mit multiresistenten Keimen, vor denen die Weltgesundheitsorganisation WHO mit den Worten "Im Vergleich zu diesen Keimen ist Covid-19 ein Kindergeburtstag" warnt. Hier drohe eine Pre-Antibiotika-Ära, "wir würden uns wieder im Mittelalter befinden", sagt Pretsch.