Schiele-Fans enttäuscht vom Museum. Aufgrund falscher Erwartungen fühlt sich ein Teil der Museumsbesucher verschaukelt. Die Museumsleitung nimmt die Kritik nicht auf die leichte Schulter.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 08. Juli 2019 (03:01)
Volker Weihbold
Matthias Pacher nimmt jede Kritik ernst und möchte Enttäuschungen vermeiden.

Zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt haben im Gästebuch des Egon Schiele Museums ihre Eindrücke schriftlich hinterlassen. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass nicht alle Kunst- und Kulturinteressierte gleicher Meinung sind. Zeigen die einen Begeisterung über die moderne interaktive Präsentation, äußerst sich ein Teil der Besucher negativ.

Viele Museumsbesucher (dem Gästebuch zufolge rund 20 Prozent) fühlen sich verschaukelt.

Dem Ganzen zugrunde liegen dürfte ein Missverständnis. Der Begriff „Egon Schiele-Museum“ weckt in so manchem die Erwartung eines Hauses, in dem jede Menge (Original-)Werke bewundert werden können. „Doch dafür gibt es andere, größere Häuser, wie die Landesgalerie, Albertina oder die Stiftung Leopold“, wie Kurator Christian Bauer nicht müde wird, immer wieder zu betonen.

Das Tullner Museum beantwortet Fragen wie „Wie war der Mensch Egon Schiele, wie verbrachte er hier seine Kindheit?“

„Das neue Konzept wird dem Besucher bereits an der Kasse erklärt“

Diese Botschaft zu vermitteln ist bis jetzt offensichtlich nur teilweise gelungen. Matthias Pacher, Geschäftsführer des Egon Schiele Museums in Tulln, sieht sich jedoch auf dem richtigen Weg: „Das neue Konzept wird dem Besucher bereits an der Kasse erklärt.“ Zudem sei in der „Schatzkammer“ des Museums rund ein Dutzend ausgewählte Frühwerke des Künstlers zu bewundern. Dennoch nehme man die Kritik nicht auf die leichte Schulter.

„Wir möchten jeder möglichen Enttäuschung vorbeugen. Denn wir sind überzeugt, eine außergewöhnliche und spannende Mischung aus Original-Werken und digitalem Erlebnis zu bieten“, betont Pacher. Der Besucher soll bereit sein, sich auf etwas Neues einzulassen.

Vielleicht haben dann künftig mehr Menschen das Gefühl, „die Zeit im Museum mit dem Künstler selbst verbracht zu haben“ (Zitat aus dem Gästebuch).