St. Severin in Tulln ist seit 40 Jahren Pfarre

1982 wurde einstiges Seelsorgezentrum zur eigenständigen Pfarre erhoben. Jubiläum wurde mit Festgottesdienst gefeiert.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:15
Lesezeit: 2 Min

Vierzig Jahre St. Severin Tulln, vierzig Jahre Neugründung einer Pfarre in Niederösterreich – ein Ereignis, das eine angemessene Feier verdient. Leider war aufgrund der Covid-Krise kein Frühschoppen oder ein eigenes Pfarrfest möglich.

Das Jubiläum wurde stattdessen in einem Festgottesdienst ohne externe Festredner begangen. Die große Feier zum vierzigjährigen Jubiläum soll am 25. September im Rahmen des St. Severiner Pfarrfestes nachgeholt werden. Man hofft, dass sich bis dahin die Pandemie-Problematik gebessert haben könnte.

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Altpfarrer Schwinner unterstützte bei Gottesdienst

Reginald Ejikeme leitete mit tat- und wortkräftiger Unterstützung von Altpfarrer Anton Schwinner (er hatte die Geschicke der Pfarre 37 Jahre lang geleitet, mehr dazu in unserem Interview hier) den Festgottesdienst.

Gleichzeitig gedachte man des Namenspatrons der Pfarre. Der heilige Severin von Noricum starb vor fast genau 1.540 Jahren am 8. Januar 482. Der Hoffnung, dass man bald zu einem geregelten Gemeindeleben in gewohnter Gemeinschaft zurückkehren kann, wurde Ausdruck verliehen. Damit wurde auch den Worten von Kardinal König Rechnung getragen: „Die Kirche Christi sei eine einladende Kirche, die den Menschen nachgeht!“

Unterstützt wurden die beiden Pfarrer von zahlreichen Ministrantinnen und Ministranten. Der Chor der Pfarre St. Severin trat mit Freude und Stimmgewalt auf. Die Sängerinnen und Sänger zeigten ihr Können 2G-getestet ohne Maske. Der Gottesdienst war dem Anlass gemäß gut besucht, Maskenpflicht und Mindestabstand wurden selbstverständlich eingehalten.

Für Altpfarrer Schwinner war es eine jährliche Tradition zu fragen, „Was können wir heute vom Heiligen Severin lernen?“ Diese Tradition setzte er heuer nicht fort. Stattdessen stellte er die Frage „Was musste getan werden, damit die Gründung einer Pfarre möglich war?“ in den Raum und berichtete von seinen Erfahrungen, wie es sich vor vierzig Jahren ereignet hat.

Anfänge als „Gottesacker im Listhofviertel“

Schwinner erinnerte dabei an die bescheidenen Anfänge der Pfarre aus dem ursprünglichen Seelsorgezentrum. Am 10. Jänner 1982 erfolgte die Erhebung zur vollwertigen Pfarre.

Um diesen feierlichen Moment wieder aufleben zu lassen, wurde ein Tondokument mit den Gruß- und Einleitungsworten des Bischofs Franz Zak abgespielt. Aus dem kleinen Seelsorgezentrum entwickelte sich schnell eine lebendige und wachsende Gemeinde, der die anfänglichen Räumlichkeiten bald zu eng wurden. So musste bereits 1990 eine großzügige Kirchenerweiterung durchgeführt werden.

Der „Gottesacker im Listhofviertel“, wie das Seelsorgezentrum anfangs genannt wurde, befand sich einst in einem ökonomisch schwachen Gebiet Tullns. Mit der Investition in Seelsorge und anderweitige sozialen Hilfen wollte man bedürftigeren Familien in dieser Gegend Halt verschaffen. Pfarrer Johannes Sigmund von St. Stephan setzte die Bemühungen fort, sodass sich St. Severin gut weiterentwickeln konnte.

Altpfarrer Schwinner zitierte dazu den brasilianischen Befreiungstheologen und Erzbischof von Olinda und Recife, Dom Hélder Pessoa Câmara: „Wenn wir allein träumen, ist es nur ein Traum. Wenn wir mit anderen träumen, ist es der Anfang der Realität“. St. Severin hat sich in 40 Jahren prächtig entwickelt.