Nach Grundstücksverkauf: FPÖ greift Ortschef an. Klubobmann Landbauer und Bezirksparteiobmann Bors (FPÖ) werfen ÖVP-Bürgermeister privates Netzwerken vor. Hagl kontert: „Lasse mich nicht verleumden!“

Von Gabi Gröbl. Erstellt am 03. April 2019 (13:34)
FPÖ NÖ
Andreas Bors und Udo Landbauer werfen Georg Hagl „dubiose Geschäfte“ vor.

Es geht um das Grundstück neben dem Schloss Judenau, auf dem sich der Tennisplatz befindet. „Offensichtlich verhindert hier ein Ortschef günstigen Wohnbau für unsere Landleute, da ihm der finanzielle Erfolg seiner Freunde wichtiger ist“, so Landbauer. Die Gemeinde kaufte im Jahr 2014 insgesamt 11.397 qm Grund vom Waisenhausfonds, davon wurden rund 7.000 qm an die Alpenland - Gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft, weiterverkauft. Diese verkaufte den Grund wiederum an die „Hauptstraße 3-7 Verwertungs GmbH“.

„Geschäftsführer dieser Firma ist zufällig ein Jagdfreund des Bürgermeisters. Dieser hat eine Vermarktungsvereinbarung mit dem Cousin des Bürgermeisters“, weiß FPÖ-Bezirksparteiobmann Andreas Bors.

„Es ist ein ekelhaftes politisches Verhalten, das die beiden Herren Landbauer und Bors an den Tag legen"

NÖN
Georg Haglerklärt dieVorhaben inSachen Wohnbau.

Die FPÖ nimmt weiters den Weiterverkauf des Grundstücks an eine Grazer Firma, den vermuteten Gewinn von 1,5 Millionen Euro der Verwertungs GmbH und die Befangenheit bei Beschlüssen von Bürgermeister Hagl und seines Bruders Andreas Hagl im Gemeinderat in ihre Liste auf. Landbauer meint abschließend: „Es ist beschämend, wie hier von der ÖVP mit Steuergeldern und den Bedürfnissen der Judenauer nach günstigem Wohnraum umgegangen wird.“ Die FPÖ NÖ fordert in der Causa volle Aufklärung.

Bürgermeister Georg Hagl reagiert: „Es ist ein ekelhaftes politisches Verhalten, das die beiden Herren Landbauer und Bors an den Tag legen. Ich lasse mich und unsere lebenswerte Gemeinde nicht verleumden oder denunzieren!“

Hagl erkärt, dass sich auf dem verkauften Teil des Grundstückes zwei Brunnen befinden, die das Trink- und Nutzwasser für das Schülerinternat „Rettet das Kind“ liefern. Auf den restlichen rund 4.000 m befindet sich der Tennisplatz. Die Brunnen seien der Grund, warum bis dato kein Wohnungsbau stattgefunden hat, es müsse eine andere Form der Wasserversorgung gesichert werden. Beide Grundstücke wurden von einem Grazer Investor und einem Bauträger gekauft, die zwecks geplanter Bautätigkeit eine gemeinsame Firma gegründet haben. Angedacht sind der Bau einer Wohnhausanlage, zwei Kindergartengruppen, betreutes Wohnen und ein Nahversorger.

Georg Hagl ergänzt: „Die Wohnungen werden jenem Standard entsprechen, der den Eigentümern erlaubt, um Wohnbauförderung anzusuchen.“ Rechtliche Schritte in dieser Causa wurden eingeleitet.