Stadt erhöhte ihr Budget für die City Patrol. Kleine Gruppe wird immer wieder auffällig. Exekutive intensiviert Streifentätigkeit und appelliert an Bevölkerung.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 20. März 2020 (03:38)
Dominik Leser, Inspektionskommandant Thomas Bauer und Michael Zwick von der Tullner Polizei im Stadtparkbereich zwischen Stadtturm und Rosenarcade, wo sich Jugendliche gerne treffen.
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Die Stadt erhöhte ihr Budget für die City Patrol, das Durchgangsrecht bei der Rosenarcade kann im Bedarfsfall eingeschränkt werden Auslöser dafür war eine kleine Gruppe auffälliger Jugendlicher. Die Bandbreite der begangenen Delikte fängt bei Verwaltungsübertretungen wie Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz (Alkohol, Rauchen), das Pyrotechnikgesetz oder das Waffengesetz an und geht bis hin zu vielen Gebieten des Strafgesetzbuchs (Diebstahl, Einbruch, Körperverletzung).

„Diese Sache beschäftigt uns schon seit etwa eineinhalb Jahren, aber seit etwa ein bis zwei Monaten massiv“, berichtet Tullns Polizeiinspektionskommandant Thomas Bauer. Aktuell sind oft mehrmals täglich, auch in der Nacht, Fußstreifen in der Innenstadt, vor allem im Bereich Stadtpark, Stadtturm, Hauptplatz und Rosenarcade unterwegs - und zwar sowohl uniformiert als auch in Zivil.

Die Jugendlichen, die sich um einige wenige Rädelsführer scharen, sind im Alter von zwölf Jahren aufwärts, großteils älter als 14, also zumindest mündig-minderjährig. „Eines der Hauptprobleme ist die Gruppendynamik“, berichtet Dominik Leser (ebenfalls Polizei Tulln), „einzeln sind sie ja meistens völlig harmlos, aber in der Gruppe schaukelt sich das hoch und das alles natürlich auch noch in den sozialen Medien.“

Ein Mangel an Unrechtsbewusstsein

Ein weiteres Problem: Bei Suchtmitteldelikten habe sich die Altersgrenze deutlich nach unten verschoben. Wobei man hier hinzufügen muss, dass ein Anstieg in der Statistik auf Erfolge in der Polizeiarbeit zurückzuführen ist. So konnte im November des Vorjahres ein Dealer dingfest gemacht werden, der auch die Problemgruppe in Tulln versorgt hatte.

Was diese Gruppe, oder zumindest ihre Rädelsführer, noch „auszeichnet“, ist der Mangel an Unrechtsbewusstsein. „Wir klären Straftaten auf, dann sitzt einer bei uns zur Vernehmung. Er geht hinaus und begeht prompt das nächste Delikt!“, schildert Leser weiter. Eltern wären zwar bei der Vernehmung dabei, hätten aber oft keinen Zugang mehr zu ihren Kindern. Durch das zur Anwendung kommende Jugendstrafrecht sind die Konsequenzen relativ mild (in erster Linie Sozialdienststunden).

Was man tun kann? In Sachen Mitläufer wäre es wichtig, dass Eltern über das Freizeitverhalten ihrer Kinder Bescheid wissen. Was die Delikte angeht, so ruft die Polizei die Bevölkerung zur Mitarbeit auf. „Wer eine Straftat beobachtet, soll bitte sofort - und nicht erst Stunden oder gar Tage später - den Notruf 133 wählen“, appelliert Thomas Bauer. Diese Anrufe würden die Arbeit der Exekutive erleichtern, denn: „Wir kennen die üblichen Verdächtigen und wir haben eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote.“ Last but not least betont Bauer, dass die Zusammenarbeit mit Stadtgemeinde und Rosenarcade hervorragend funktioniert.