Gunkl im Danubium Tulln: Abschweifung für Denker. Gunkl spielt im Danubium sein neues Programm und es wird auch für ihn selbst „kein Spaziergang“.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 14. Oktober 2020 (03:30)
Bleiben Sie aufmerksam! Günther Paal alias Gunkl lädt ein, in seinem Programm „So und anders …“ mit ihm beim Denken abzuschweifen.
www.gunkl.at/Robert Peres

Am Samstag, 17. Oktober, findet im Danubium die Niederösterreich-Premiere von Gunkls „So und anders – eine abendfüllende Abschweifung“ statt. Die NÖN sprach mit dem Künstler und verlost 2x2 Karten.

Im Vergleich zu seinen Anfangsjahren als Solokabarettist sind Gunkls Kabarett-Titel heute kurz und bündig. Man denke nur an sein Debüt von 1994: „Grundsätzliche Betrachtungen – anschaulich gemacht an kuriosen Einzelleistungen der Tücke des Alltags, was als Programmtitel vermutlich ein bisschen zu lang ist, zumal darin eine, sei’n wir ’mal ehrlich, sehr unelegante Genitivkette enthalten ist.“

Zwei weitere Programme mit verschwurbelten Titeln genügten, um die Marke zu etablieren. Achtung: Hier ist Mitdenken angesagt, wer keine Freude daran hat, ist anderswo besser aufgehoben. „Ja, das hat alles durchaus schon ein bisschen auf den Modus hingewiesen“, sagt Günther Paal alias Gunkl heute, „die Abschweifung im aktuellen Titel nimmt der Sache ein wenig die akademische Strenge und macht sie lebendiger.“

Simpler werden die Gedankengänge keineswegs, ganz im Gegenteil: „Ich muss den ganzen Plan im Kopf haben. Sätze müssen genauso gesagt werden, damit ich eine halbe Stunde nach der Abschweifung genau dort hinkomme, wo ich mich selbst wieder abholen kann.“ Klingt kompliziert? Ist es auch. „Das ist für mich selbst kein Spaziergang“, räumt Gunkl ein, „vielleicht werde ich aber einfach nur älter.“

10 Hosen, 15 Hemden und 13 Programme

Ganz allgemein geht bei ihm Inhalt (weit) über Form, etwa auf www.gunkl.at: Hier gibt es kein optisches Spektakel, aber viel Lesenswertes. Apropos Inhalt, worum geht es in „So und anders…“? „Wie kommt es zum Ich, was hat das für Konsequenzen und was macht den Menschen aus“, erklärt Gunkl. Künstliche Intelligenz spielt eine Rolle, genau wie das Begriffstrio Ereignis/Nachricht/Bote.

Dass es sein 13. Programm ist, macht dem wissenschaftlich geprägten Vordenker naturgemäß nichts aus: „13? Das ist der erste zweistellige größere Teil eines Primzahl-Zwillingspaares.“

Pragmatismus prägt auch seinen Kleidungsstil. Vor Jahren erwarb er Hemd und Hose mit Taschen in genau der richtigen Menge und Anordnung. „Seitdem lasse ich sie mir von einem türkischen Schneider in Wien immer wieder nachnähen“, sagt Gunkl, „die Stoffe kaufe ich im Bezirk Tulln, beim Müller in Kritzendorf.“ Zehn Hosen und 15 Hemden in verschiedenen Farben hat er aktuell: „Die kombiniere ich beliebig. So muss ich nie überlegen, was ich anziehe und weiß immer, wo alles ist … nur Hose wechseln, das ist fast wie übersiedeln.“

Keine Probleme bereitete ihm bislang die Coronakrise: „Ein paar Absagen, ein paar Verschiebungen.“ Selbst der Lockdown ließ ihn kalt: „Ich weiß eh, wie Leute ausschauen und ich muss nicht jeden Tag außer Haus gehen und schauen, ob das Gesicht vorne ist.“

Wer Karten für das Kabarett gewinnen möchte, schickt am Donnerstag, 15. Oktober, bis 10 Uhr eine E-Mail an redaktion.tulln@noen.at.