Kartoffelkäfer belagern Gemeinde: „Es ist purer Horror“. Seit Wochen werden Neuaigner von Millionen Kartoffelkäfern geplagt. Jetzt rückte die Stadtgemeinde mit Heißwasser im Kampf gegen die Plagegeister an.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 17. September 2017 (05:14)
NOEN, Firmkranz
Schwarz-gelb-gestreifter Horror! Kübelweise schafft Johann Germann täglich die lästigen Käfer aus dem Wohnbereich.

Sie sind zwar nur rund 1 cm groß, fressen aber (da sie in Massen auftreten) ganze Felder leer und machen auch vor Gemüsegärten nicht halt. So muss heuer auch der Neuaigner Johann Germann zur Gänze auf die Paradeiserernte verzichten. Dafür „erntet“ er täglich abertausende Kartoffelkäfer von der Hausfassade, klaubt sie von der Straße, entfernt sie von der Einfahrt. Ja, sogar bis in den Wohnbereich dringen die kleinen Plagegeister. „Es ist wie in einem Horrorfilm“, klagt der Mann.

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Foto: Shutterstock.com/Kletr

Mit ihm leiden dutzende weitere Neuaigner im Umfeld des befallenen Erdäpfelackers, der von einem Bio-Bauern (er war für die NÖN leider nicht erreichbar) aus Starnwörth bewirtschaftet wird. Und hier dürfte auch die Ursache der Kartoffelkäferinvasion liegen: Im Bioanbau darf keine Chemie eingesetzt werden. Niemand wusste, wie man der Plage Herr werden könnte.

Ortsvorsteherin Paula Maringer: „Prinzipiell fällt die Bekämpfung der Kartoffelkäfer nicht in unsere Zuständigkeit, aber die Anliegen unserer Bürger sind uns wichtig, daher haben wir hier unterstützende Maßnahmen gesetzt.“ Maringer und der zuständige Stadtrat Johann Mayerhofer veranlassten, dass Bauhofmitarbeiter punktuell Flächen wie Wege oder Gehsteige mit heißem Wasser behandelten, um die Plage einzudämmen. „Stunden später war alles wie vorher“, so Germann, der der Gemeinde keine Schuld gibt.

Der Spuk sollte in rund einer Woche vorbei sein

Bezirksbauernkammer Tullnerfeld-Leiter Josef Meyer verweist auf die bewährteste und effektivste Methode, der Plage Herr zu werden, das Kartoffelkäfer-Klauben. Meyer ist zudem zuversichtlich, dass die Natur das Problem in etwa einer Woche von selbst lösen wird. „Das Kartoffelkraut verdorrt und damit wird den Käfern die Nahrungsgrundlage entzogen.“