Perfekt kooperiert: Polizei schnappte Betrüger

Aufmerksame Zeugen, eifrige Polizisten und ein bisserl Zufall führten zum Erfolg.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 04:59
440_0008_8214182_tul43_12_tu_polizei_erfolg_betrueger_10.jpg
Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl dankt ihren Polizeikollegen und Taxiunternehmer Günther Berger für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Nur so sei es gelungen, den Trickbetrüger, der sich von Neuaigen nach Wien absetzen wollte, in Klosterneuburg zu stellen.
Foto: Peischl

Die besten Krimis schreibt das Leben, und manchmal haben sie sogar ein Happy End. Unter dem Titel „Betrüger rief als Polizist an“ berichtete die NÖN bereits über den dazugehörigen Gerichtsprozess. Diesmal erfahren Sie, wie es dazu kam, dass der Täter geschnappt werden und eines der Opfer sein Geld zurückbekommen konnte.

Ein Anrufer hatte einem Pensionisten aus dem Bezirk Tulln insgesamt rund 170.000 Euro herauslocken wollen. Seine Masche: Er gab sich am Telefon als Polizist aus und tischte dem potenziellen Opfer eine schreckliche Geschichte auf. Die Tochter habe einen schweren Autounfall verursacht. Dabei sei ein teurer Sportwagen schwer beschädigt worden und nun könne nur noch der Pensionist helfen, indem er eine horrende Summe als Kaution bereitstelle. Unter enormem Telefondruck (im Hintergrund war sogar eine weinende Frauenstimme zu hören) hatte der Mann bereits einen ersten fünfstelligen Betrag bei seiner Bank behoben und übergeben.

Die Telefonbetrüger wollten mehr. Beim zweiten Behebungsversuch innerhalb kurzer Zeit wurde aber die Bank des Pensionisten misstrauisch und informierte einen Verwandten, der noch dazu Polizist ist. Jetzt wurden sehr rasch sehr viele Hebel in Bewegung gesetzt. In der kleinen Ortschaft hatte jemand in der Zeit der ersten Geldübergabe ein Taxi der Firma Berger beobachtet. Das Tullner Unternehmen gab die Daten an die Polizei weiter. Noch auf dem Weg nach Wien konnte das Fahrzeug von einer Klosterneuburger Streife gestellt werden. Der Betrüger kam vor Gericht, das Geld ging an seinen Eigentümer zurück.

„Derartige Erfolge sind nur in der Gemeinschaft möglich“, sagt Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl. Die rasche Verbreitung wichtiger Informationen und Präventionsarbeit seien die Schlüssel zum Erfolg. Polizist Gerhard Jamöck ergänzt: „Unser großes Anliegen lautet: Wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt, notieren Sie es sofort am Handy. Und haben Sie keine Angst davor, den Notruf 133 anzurufen!“