Millionenpleite: "Getränke Bayer" meldet Konkurs an. Über das Vermögen der GBK Getränke Bayer GmbH & Co KG mit Sitz in Königsbrunn (Bezirk Tulln) wurden ein Konkursverfahren sowie ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht St. Pölten beantragt.

Von Redaktion noen.at und Martin Gruber-Dorninger. Update am 30. Juli 2018 (21:36)
Pixabay, www.getraenkebayerkoenigsbrunn.at

Die GBK Getränke Bayer GmbH & Co KG aus Königsbrunn am Wagram (Bezirk Tulln) ist insolvent. Das Unternehmen hat am Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, berichtete Gerhard Weinhofer von der Creditreform.

Betroffen sind 112 Gläubiger und 31 Arbeitnehmer. Aktiva von rund 588.000 Euro stehen Passiva von etwa 4,15 Mio. Euro gegenüber, hieß es am Montag.

Das Unternehmen betreibt einen der größten privaten Getränkegroßhandel in Ostösterreich. Die Insolvenzursachen liegen in Umsatzrückgängen - auch infolge von strengeren Compliance-Vorschriften - und im Preiskampf sowie in Forderungsausfällen im Gastronomiebereich, teilte Creditreform in einer Aussendung mit. Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.

Sanierung geplant

Die insolvente GBK Getränke Bayer Ges.m.b.H. & Co KG aus Königsbrunn am Wagram (Bezirk Tulln) "plant eine nachhaltige Sanierung über einen Sanierungsplan", teilte der Rechtsvertreter der Gesellschaft, Walter Anzböck, am Montag mit. Die 31 beschäftigten Dienstnehmer sollen "zum Großteil behalten werden", hieß es in einem Schreiben.

Franz Bayer gründete das Unternehmen vor 45 Jahren, der Getränkegroßhändler entwickelte sich aus einem kleinen Weinbaubetrieb. Am Montag wurde die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Weingut selbst und die Bayer Weine GmbH seien von der Sanierung nicht betroffen, wurde betont.

"Auslöser für die Insolvenz war eine jahrelange Betriebsprüfung des Finanzamtes, das nach einem jahrelangen Rechtsstreit aus rein formalen Gründen umsatzsteuerfreie Geschäfte in das EU-Ausland, sogenannte innergemeinschaftliche Lieferungen, nicht anerkannt und der Getränke Bayer GmbH & Co KG Umsatzsteuern in mehrfacher sechsstelliger Höhe vorgeschrieben hat, die die Firma Bayer gutgläubig nicht verrechnet hat", teilte der Rechtsanwalt mit. Die Bescheide werden laut Anzböck zwar bekämpft, haben aber keine aufschiebende Wirkung. Daher mussten laut dem Schreiben diese Auslandsgeschäfte eingestellt werden. Zudem seien die Weihnachtsbestellungen großer Unternehmen aufgrund der strengen Compliance-Bestimmungen in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen.

"Grundsätzlich erfüllt das Unternehmen aber alle Voraussetzungen, um auch weiterhin positiv zu bestehen und wird deshalb weitergeführt. Es können sämtliche anstehende Aufträge erfüllt werden", berichtete Anzböck.

Stellungnahmen

„Wir werden alles dafür tun, dass wir die Kehrtwende schaffen. Wir wollen wieder richtig durchstarten“, gibt sich Franz Bayer jun. im Gespräch mit der NÖN kämpferisch.

„Wir werden alles daran setzen die Arbeitsplätze zu erhalten und sind mit allen Gläubigern in einem sehr guten Kontakt verblieben. Die Brauereien stärken uns ebenfalls den Rücken“, schaut er optimistisch in die Zukunft.

Bürgermeister Franz Stöger: „Das würde einen Ausfall an Kommunalabgaben bedeuten. Es bleibt aber zu hoffen, dass der Betrieb weitergeführt werden kann, vor allem wegen der vielen Mitarbeiter, die zum Großteil aus unserer Gemeinde kommen.“

Einen ausführlichen Bericht über die Situation von Getränke Bayer GmbH & Co KG findet ihr in der Tullner NÖN.