Andreas Eckerl legt den Landesstab ab. Nach über 20 Jahren tritt der Königstettner Andreas Eckerl als Landesstabführer zurück. Gemeinsam mit Peter Höckner als Obmann des NÖBV wurde viel erreicht.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 11. Juni 2021 (04:53)
Stabführer Andreas Eckerl leitete die Blasmusik Königstetten 2019 beim Bezirksmusikfest in Tulln.
Privat

2000 startete die Laufbahn von Andreas Eckerl auf Landesebene. Er wurde der erste Landesstabführer in Niederösterreich. Zu seinem Hauptaufgabengebiet zählte die Führung von Seminaren für Stabführer im Bildungszentrum des NÖ Blasmusikverbands in Zeillern (Bezirk Amstetten), und davon leitete der Königstettner sehr viele. Auch als (strenger) Marschmusikbewerter machte er sich einen Namen.

Eckerl bildet seit 21 Jahren Stabführer aus

Der Landesstabführer ist verantwortlich für die Musik in Bewegung, dem Marschieren auf der Straße (inklusive Straßenverkehrsordnung). Der damals 32-jährige Andreas Eckerl war einer der jüngsten Landesstabführer: „Josef Hausleitner aus Langenlebarn hat mich dazu gebracht.“ Er übergab damals die Aufgabe der Ausbildung an Eckerl, die er noch immer ausführt.

„Alles Gute“ wünschte der damalige Landeshauptmann Erwin Pröll dem Bezirks- und Landesstabführer beim Bezirksmusikfest 2008 in Großweikersdorf. Auch Musikschuldirektor Karl Hemmelmayer und Ehrenbezirksobmann Karl Haidinger sind im Hintergrund zu sehen.
privat, privat

21 Jahre lang war der leidenschaftliche Musiker als Landesstabführer tätig, wie auch sein Wegbegleiter Peter Höckner, der ebenfalls seit 2000 für 21 Jahre Obmann des NÖ Blasmusikverbandes war . „Wir sind mit der Liebe zur Musik groß geworden und haben uns gegenseitig unterstützt“, beschreibt Eckerl sein äußerst positives Verhältnis zu Musik-Mittelschul-Direktor Peter Höckner, „das Amt war kein Zwang, wir haben es genossen, etwas zu erreichen. Dadurch ist viel passiert.“

Sein Amt als Landesstabführer übernahm nun Georg Speiser (BAG Scheibbs) am 29. Mai bei der online-Landesversammlung.

„Wir sind mit der Liebe zur Musik groß geworden und haben uns gegenseitig unterstützt“

Vor seiner landesweiten musikalischen Karriere war der aus Freundorf stammende Trompeter und Flügelhornist von 1979 bis 2009 bei der Stadtkapelle Tulln. 1989 übernahm Eckerl die Aufgaben des Stabführers. Durch das Tragen einer Schärpe und den Tambourstab (einen etwa 1,20 m langen, traditionell verzierten Stab) hebt sich der Stabführer vom Rest der Musikanten ab. Damit übernehmen sie während des bewegten Spiels die Aufgaben des Kapellmeisters. Seit damals bestand Andreas Eckerl jede Wertung mit Auszeichnung. Mit der Stadtkapelle Tulln und auch als Landesstabführer erhielt er EM-Bronze und EM-Silber.

„Wir sind eine richtige Blasmusikerfamilie“

Als gefragter Trompeter kam er 1996 zur Blasmusik Königstetten, wo er dann auch seine jetzige Frau kennenlernte: Margit Eckerl (geb. Bruckner) spielt Querflöte, ihr Bruder Michael Bruckner war Kapellmeister, Stabführer und Obmann der Blasmusik Königstetten. Auch Tochter Christina musiziert mit ihrer Klarinette bei der Blasmusik und hat auch schon den Stabführerkurs gemacht. „Meine Familie hat mich immer unterstützt, dafür bin ich sehr dankbar“, freut sich Andreas Eckerl über das Verständnis seiner Familie für den großen Aufwand als Landesstabführer, vor allem an den Wochenenden und Abenden.

1989 am Tullner Hauptplatz: der damalige Bürgermeister von Purkersdorf (und späterer Innenminister) Karl Schlögl mit dem Stabführer der Stadtkapelle Tulln Andreas Eckerl.
NOEN

Als „gelebter“ Königstettner ist Eckerl nicht nur bei der Blasmusik, sondern auch beim Verschönerungsverein und im Ort angestellt. Bei der Kälte-, Klima- sowie Elektrotechnik-Firma Klimart arbeitet er als Back-Office-Mitarbeiter.

Auch bei der Blasmusik Königstetten ist er seit 2011 Stabführer. Die Blasmusik ist für Andreas Eckerl wie eine zweite Familie: „Wir gehören alle irgendwie zusammen und fühlen uns wohl.“ Die mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Auftritte „sind einfach leiwand“.