Bis zu 80 Prozent Umsatzeinbrüche in Bäckereien . Back-Branchenobmann Michael Bruckner: „In der Produktion haben wir keine Probleme, aber im Absatz.“

Von Monika Gutscher. Erstellt am 08. April 2020 (03:55)
Michael Bruckner, Obmann der Vereinigung der Backbranche Österreich
privat

Schwere Zeiten gibt es auch für die Bäckereien. Der Obmann der Vereinigung der Backbranche Österreich Michael Bruckner erklärt die Situation: „24.000 Bäckerinnen und Bäcker sorgen tagtäglich dafür, dass die Grundversorgung, speziell im ländlichen Gebiet, mit frischem Brot und Gebäck funktioniert. Rund 2.500 Bäckerfachgeschäfte sind dazu angehalten, die Läden offen zu halten.“ Aber es gibt hier enorme Umsatzeinbrüche, da „One-Stop-Shopping“ angesagt ist. „Damit ist gemeint, dass man mit möglichst einem einzigen Einkauf im Supermarkt alle Bedürfnisse des täglichen Lebens abdeckt“, erklärt der Königstettner Meisterbäcker Michael Bruckner. Auch der Bedarf habe sich geändert: „So werden anstatt frischem Gebäck länger haltbare Produkte, wie etwa Toastbrot, Schnittbrot oder eingeschweißte Brötchen, die aus dem Ausland kommen, im Handel gekauft.“

„Wir haben Umsatzeinbrüche in den Bäckerfachgeschäften bis zu 80 Prozent.“

Auch die Bäckereien leiden massiv an der Krise, die teilweise existenzbedrohend ist. So informiert Bruckner: „Wir haben Umsatzeinbrüche in den Bäckerfachgeschäften bis zu 80 Prozent.“ Dies sei nicht verkraftbar über eine längere Zeit. Vor allem seien kleinere Betriebe davon betroffen. Bruckner ist zwar für das Kurzarbeitsprogramm dankbar, aber es gibt für Bäckereien natürlich auch andere Fixkosten als die Mitarbeitergehälter.

Micheal Bruckner leitet als Geschäftsführer von „Der Marken-Bäcker GmbH“ (Tulln) nicht nur den Rohstoffeinkauf für sieben Großbäckereien, er engagiert sich auch für verschiedene Thematiken, wie Rohstoffanalysen, Altbrotverwertung, Nachwuchsförderung und unterstützt die Bäckereien bei diversen Problemen. Positives kann Bruckner von der Rohstoffversorgung berichten: „Hier gibt es keine Lieferengpässe, die Lager mit österreichischem Getreide sind voll. Auch Hefe gibt es genug, allerdings sind die Abpackmaschinen überlastet.“

Fazit: „In der Produktion haben wir keine Probleme, aber im Absatz: Österreichs Bäcker brauchen besonders in dieser schwierigen Zeit die Solidarität ihrer Kunden!“