Letzter Heurigen bei Gabriela Nagl: Abschied nehmen bis 24.11.

Aufgrund von Neuorientierung findet von 11. bis 24.11. der letzte Heurigen beim „warmen Nagl“ in Königstetten statt.

Erstellt am 13. November 2021 | 05:17
Lesezeit: 2 Min
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Lucie Zemankova, Anna Riegler-Klinger, Christiana Nagl, Gabriela Nagl-Neuhold und Roland Nagl nehmen Abschied vom Heurigenbetrieb.
Foto: Gutscher

„Für eigentlich alle Menschen in meiner Umgebung kommt mein Entschluss, im Jahr 2022 keinen Heurigen zu machen, überraschend“, erzählt Gabriela Nagl-Neuhold über ihren Heurigen-Abschied. „Ich selber spüre schon länger, dass ich nicht mehr die Kraft habe, so wie früher.“

Lösungen gesucht, doch was tun mit 53?

Seit beinahe zwei Jahren suchte sie nach Lösungen: Verstärkung in der Küche und Service, Corona und beide Kinder in Ausbildung machten die Lage schwieriger. Ihr ist wichtig, dass jeder frei entscheiden soll und darf, welchen Weg er/sie einschlägt.

Doch, was tun mit 53 Jahren? Mit dem Wissen und auch der Erfahrung, dass erst, wenn man eine Tür zumacht, eine andere aufgehen kann, fasste Nagl-Neuhold gemeinsam mit ihrem Mann Roland den Entschluss, den Heurigen an den Nagel zu hängen.

Ein herzliches Dankeschön gilt Gabrielas Schwiegermutter Christiana Nagl für ihr Vertrauen, ihr Werk im Jahr 2005 zu übergeben und ihre tatkräftige Unterstützung als Küchenchefin. Mit ihrer Erfahrung und Rezepten als Herzstück des „warmen Nagl“ hat sie einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg geleistet.

„Zu einem guten Essen gehört auch guter Wein und hier konnte ich mich immer auf das Gespür und das Geschick unseres Winzers Roland verlassen.“ Er hat viele gute Tropfen produziert, den ersten „Jungen Hupfer“ bereits im Jahr 2004.

„Es hat alles im Leben seine Zeit.“

Bereits ab 1. Dezember hat Gabriela Nagl-Neuhold als Biologin die Möglichkeit bei einem Forschungsprojekt (über Schleimpilze) im IFA Tulln für 30 Wochenstunden mitzuarbeiten: „Ich kann nach 16 Jahren wieder in meinem alten Labor arbeiten. Ich bin froh und dankbar, dass ich meinen Herzensweg gehen kann.“

Somit findet von 11. bis 24. November der letzte Heurigen in der Königstettner Wiener Straße 41 statt. Dabei gibt es, wie gewohnt, den frisch-fruchtigen „Jungen Hupfer“, zwei Gastweine von Winzerkollegen, das beliebte Hirschkalb-Schnitzerl und viele weitere Schmankerl.

Am letzten Heurigentag, dem 24. November, ist den ganzen Tag geöffnet. „Zu Mittag wird es zusätzlich Schinkenfleckerl geben und den Abend wollen wir gemütlich ausklingen lassen.“ Geplant ist ab 17 Uhr ein „Restl-Essen“, dazu wird eine Spenden box für einen guten Zweck aufgestellt.

Der Ausblick für 2022 ist noch ungewiss. „Ich weiß noch nicht, was das nächste Jahr bringen wird. Ich freue mich, weiterhin Roland im Weinbaubetrieb unterstützen zu können.“ Der Weinverkauf wird jeden Freitag von 14 bis 18 geöffnet sein. Gabriela Nagl-Neuhold wird sich auch weiterhin für den Königstettner Weinbauverein als Obfrau engagieren.

Für das Heurigenlokal sind sie auf der Suche nach einem Pächter, der ihren Stammgästen weiterhin „Heimat gibt“.

Abschließend möchten sie sich bei all ihren Gästen von ganzem Herzen bedanken: „Für so viele schöne Stunden, die wir gemeinsam verbringen durften.“