Zivilcourage für die Kinder von Moria. Ein Team rund um den Königstettner Markus Golla fliegt noch diese Woche nach Lesbos, um sich um die vergessenen Kinder von Moria zu kümmern.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 23. September 2020 (03:42)
Markus Golla, Gerhard Jachan und Andrea Kdolsky engagieren sich für die Kinder von Moria.
privat

„Die Bilder aus Moria und euer Einsatz beim Verbreiten und Spenden, zeigt mir, dass Zivilcourage nicht ausgestorben ist und in Wirklichkeit die ,gute Masse‘ einfach nur still ist. Dass viele Menschen helfen, unterstützen und ihr Möglichstes tun,“ dafür dankt der Königstettner Markus Golla. Golla fliegt mit Georg Jachan, Andrea Kdolsky, Bernd Nawrata, Miriam Sommer und Florian Seidl diesen Freitag, 25. September, nach Lesbos und versorgt so gut es möglich ist die Kinder vor Ort.

„Wir werden Vorort Kinderartikel (Windeln,...) und Sachen besorgen, die benötigt werden, das heißt, auch die griechische Bevölkerung hat etwas von unserer Aktion. Wir werden alles entsprechend fotodokumentieren. Es wird kein Cent von uns eingesteckt“. Wer helfen will, bitte in den nächsten Tagen spenden. Markus Golla weist darauf hin, dass das Team weder politisch motiviert sei, noch hätte dies etwas mit ihrem Normalberuf zu tun. Hier geht es rein um Zivilcourage.

" Es wird kein Cent von uns eingesteckt“

Die Situation in Lesbos bleibt extrem angespannt. Bis zu 5.000 Menschen dürften das neue Lager Karatepe bezogen haben. Es kursieren viele Gerüchte. „Laut meiner Information müssen die Menschen beim Bezug zumindest 14 Tage in Quarantäne. Ansonsten bleibt die Informationslage unklar“, sagt Klaus Schwertner (Caritas).

Die Zelte im neuen Lager sollen keinen Boden haben. Das Lager liegt direkt am Meer und in Kürze wird es nass, windig und kalt. Duschmöglichkeit dürfte es bis dato auch keine geben. Noch immer sind tausende Menschen rund um das ehemalige Camp Moria obdachlos, schlafen in den Olivenhainen und am Straßenrand.

Die Bestimmungen bezüglich der Versorgung ändern sich oft. Essens- und Wasserverteilungen an geflüchtete Menschen außerhalb des offiziellen Lagers Karatepe sind zur Zeit durch die griechischen Behörden verboten worden.

„Dies ist aber kein Grund, es nicht zu versuchen. Man muss nur auf das richtige Zeitfenster warten“, zeigt sich Markus Golla optimistisch.