Ausstieg aus der Kohle, aber Mitarbeiter sollen blieben. Kohlekraftwerk Dürnrohr wird mit Investitionen von 20 Mio. Euro innovativ weiterentwickelt. Die Mitarbeiter sollen in der Organisation weiterbeschäftigt werden.

Von Maria Knöpfl. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:14)
Knöpfl
Nach dem Ausstieg der Stromerzeugung mit Kohle soll Dürnrohr anderweitiggenutzt werden.

Die EVN wird die Stromerzeugung mit Kohle im Kraftwerk Dürnrohr bereits im Herbst dieses Jahres beenden. „Die Grundlagen für den wirtschaftlichen Betrieb des Kohlekraftwerks sind weggefallen“, sagt EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz. Vor einiger Zeit noch wurde ein Ausstieg für 2025 argumentiert. Man werde in Dürnrohr neue Maßnahmen für die Energieversorgung setzen. Szyszkowitz: „Der innovative Energiestandort Dürnrohr wird auch künftig eine wesentliche Rolle im Energiekonzept der EVN und somit für die Versorgung von Niederösterreich spielen.“ Das Kraftwerk Dürnrohr war seit 1986 ein wichtiger Standort zur Versorgungssicherheit von Ostösterreich. Die noch für 30 Tage reichende gelagerte Steinkohle wird derzeit aufgebraucht. Eine neue Lieferung wurde nicht disponiert.

Die Bundesregierung fordert in der Klima- und Energiestrategie 2030 einen raschen Ausstieg aus der Kohle. Niederösterreich setzt das jetzt um. Dafür müssen jedoch andere Kraftwerke in Niederösterreich einspringen und die Versorgungssicherheit garantieren, betont die EVN.

Dürnrohr wird in Zukunft als innovativer Energiestandort weiterentwickelt. Die EVN liefert derzeit mit der Abfallverwertungsanlage Energie zur Strom- und Wärmeerzeugung. Künftig soll auch niederösterreichischer Klärschlamm einer sinnvollen Verwertung zugeführt und zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet sowie die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage vorbereitet werden. Dazu sollen 20 Mio. Euro investiert werden.

Geschäftsführer Gernot Alfons informierte Zwentendorfs Bürgermeisterin Marion Török über die geplanten Maßnahmen und betonte, dass die Mitarbeiter in der eigenen Organisation weiterbeschäftigt werden.

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