Aber gewählt wird erst 2020. Thomas Peischl über die zwei Bürgermeister von St. Andrä-Wördern.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 21. Februar 2018 (04:57)

In St. Andrä-Wördern gab es wieder einmal indirekte Reibereien zwischen Bürgermeister Maximilian Titz (ÖVP) und seinem Amtsvorgänger Alfred Stachelberger (SPÖ). Diesmal anlässlich der Mitternachtseinlage beim Feuerwehrball, in der Stachelberger die Rolle eines Pfarrers übernehmen sollte.

Um diese Befindlichkeiten verstehen zu können, muss man an die Gemeinderatswahl 2015 erinnern. Die SPÖ war mit 842 Stimmen Vorsprung stärkste Partei, aber die ÖVP stellte in einem taktischen Coup mit Grünen und Bürgerliste in der Jamaica-Koalition den Bürgermeister. So etwas hinterlässt Wunden und viele der Beteiligten tun alles dafür, diese schön weit offen zu halten.

Die ehemalige SPÖ-Gemeindespitze Stachelberger-Semler wird von Freunden nach wie vor mit „Herr Bürgermeister“, „Herr Vizebürgermeister“ begrüßt. Gegenseitige Sticheleien von Rot und Schwarz und von außen stehen auf der Tagesordnung. Vor diesem Hintergrund muss man die Balleinlage sehen, als eine kleine Station in einem erbitterten Dauerwahlkampf. Aber gewählt wird erst 2020.