Alles hat seinen Preis. Wolfgang Stritzl über Realität und Träumereien.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 16. September 2014 (05:03)

Wenn Tullns Handball-Damen am Samstag in die Bundesliga-Saison starten, werden Erinnerungen wach. Erinnerungen an bessere Zeiten. Sie spielen nämlich dort, wo der UHC seine Glanzzeit hatte: in der Turnhalle des Bundesschulzentrums.

Als es damals durch das lecke Hallen-Dach hinein regnete, war der Traditionsverein als einziger Klub Österreichs mit Damen und Herren in der höchsten Liga vertreten. Dass jetzt ausgerechnet wieder ein Wasserschaden der Grund für die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ist, ist wie ein Wink des Schicksals.

Die Augen sollten aber in die Zukunft gerichtet werden. Das vorwöchige Aus von Tullns Herren im Cup ist Mahnung genug. Die Mannen von Trainer Jörg Sibral werden es schwer haben, ganz vorne mitzuspielen. Der Abgang von Lukas Negrin ist nicht zu ersetzen.

Die Reaktivierung von Markus Fischer und Ralf Schneider kann nur der Anfang sein. Das Comeback von Kristof Vizvary, der zwar bei Krems mittrainiert, dort aber keinen Vertrag bekommt, drängt sich auf. Und wenn es später auch noch gelingt, Johann Schmölz mit ins Boot zu holen, darf vom Wiederaufstieg geträumt werden. Dafür muss aber Geld in die Hand genommen werden. Dass es nur mit Hobbyspielern geht, die keinen Cent verdienen, ist ebenso eine Träumerei wie der Glaube, dass das aktuelle Team um den Titel mitspielen könnte.