Mit Falco zu früh gefreut. Über den orts-ungebundenen Unterricht.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 18. November 2020 (03:38)

Können Sie sich noch an Ihren letzten Schultag erinnern? Bei mir war er im Frühsommer 1992 an der Tullner HAK. Zum musikalischen Pflichtprogramm der Maturanten gehörte damals Falcos „Nie mehr Schule“.

Wir waren überzeugt, dass der titelgebende Refrain für unser Leben gelten würde. Denn egal, ob danach der Einstieg in den Beruf oder ins Studium folgte, das war doch ganz etwas Anderes. Gut, einige wurden selbst Lehrer, aber die wählten diesen Weg freiwillig. Womit wir anderen nicht gerechnet hatten, das war ein bösartiges Virus namens Covid-19. Und so sind 2020 dank „ortsungebundenem Unterricht“, „Homeschooling“ oder „Distance Learning“ viele von uns wieder intensiv mit Schule beschäftigt: als Eltern in einer Mischung aus Schüler und Teilzeitlehrer.

Offenbar hat sich unser junger Bundeskanzler bei den Lockdown-Maßnahmen auch an Falco orientiert, der mit „zu viel Schule macht dich krank“ aber etwas ganz Anderes gemeint haben dürfte.