Erstellt am 13. Juni 2018, 04:49

von Thomas Peischl

Lassen wir die Kirche im Dorf. Thomas Peischl über die „Moschee“ von Tulln.

„Schon gehört? Tulln bekommt eine Moschee! Pfau, Wahnsinn, wieso verhindert das keiner!
Parallelgesellschaft und überhaupt - arg!“ Keine Sorge, mit mir ist alles in Ordnung, aber in manchen Foren/auf manchen Online-Plattformen gehen gerade die Wogen hoch.

Wenn man unter Moschee einen Gebetsraum versteht, in dem sich regelmäßig Anhänger des (in diesem Fall) „bosnischen Islam“, einer gemäßigten, westlich orientierten Richtung, versammelt — tja, dann hat Tulln schon seit 2012 eine Moschee. Der Unterschied ist nur, dass die Räume in Zukunft dem Verein gehören und nicht mehr angemietet sein werden. Der Obmann engagiert sich beim FC Tulln und sponsert ihn auch. Der Imam tauscht sich regelmäßig mit katholischen Priestern und Vertretern weiterer Religionsgemeinschaften aus, er plädiert für Vielfalt.

Natürlich gibt es die Gefahr von Parallelgesellschaften, natürlich gibt es auch einen politischen bis kriegerischen Islam, der einem Angst machen kann. Aber können wir in diesem Fall bitte die Kirche bzw. die Moschee im Dorf (Tulln) lassen?