Ja zur Eigenbauspieler-Regel!. Wolfgang Stritzl über die umstrittene EB-Regel.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 21. Februar 2018 (00:40)

Die einen finden sie gut. Die anderen verfluchen sie. Selten hat eine Bestimmung die Fußball-Gemeinde so gespalten wie die Eigenbauspieler-Regel.

Fast 20 Jahre ist es schon her, dass sie der NÖFV in seinem Landesverband eingeführt hat. Seit 1998/99 sind Niederösterreichs Fußball-Vereine dazu verpflichtet, erst neun, heute acht (in der 1. Landesliga sechs) „Eigenbau-Spieler“ am Blankett namhaft zu machen. Diese Bezeichnung darf führen, wer zwei zusammenhängende Jahre beim selben Verein gespielt hat.

Hintergrund war das Bosman-Urteil und dessen Auswirkungen auf den Amateurfußball. Der NÖFV wollte die drohende Transfer-Flut, insbesondere von Kickern aus dem Ausland, eindämmen. Die EB-Regel wurde eingeführt in der Absicht, die Vereine dazu anzuhalten, eigene Talente zu fördern, den Nachwuchs zu forcieren, also „Eigenbauspieler“ im ureigensten Sinn auszubilden.

Vereine, die nachhaltig arbeiten und die Jugendarbeit hochhalten, haben mit der EB-Regel keine Probleme. Vereine, die auf den schnellen Erfolg aus sind, schon.

Die Frage, ob dies gut oder schlecht ist, ist eine philosophische. Der NÖFV hat als Landesverband gegenüber seinen Vereinen eine moralische Verantwortung. Die EB-Regel dient in letzter Konsequenz dazu, die Vereine zu schützen, auch vor sich selbst. Schon allein deshalb ist sie zu befürworten!