Jeder soll spielen können. Über die neue „Corona-Austausch-Regel“.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 28. Oktober 2020 (01:23)

Unsere Fußballvereine schauen gerne über den Tellerrand. Vielfach herrscht Unverständnis über die uneinheitliche Vorgehensweise. „Im Burgenland wird vor Zuschauern gespielt, bei uns nicht.“ Mittlerweile wird im Burgenland gar nicht mehr gespielt, der dortige Landesverband hat den Meisterschaftsbetrieb im Erwachsenen-Amateurfußball ebenso eingestellt wie jener aus Salzburg.

Dass die Länder unterschiedliche Ansätze haben, ist gelebter Föderalismus. Problematischer wird es dann, wenn die Behörden von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich entscheiden und mitunter nicht einmal im selben Haus Einigkeit herrscht.

Im Tullnerfeld, wo die Corona-Ampel auf rot steht, fanden neun von 13 Heimpartien statt – in Form von Geisterspielen. Langenrohr, Tulln, Absdorf und Ruppersthal wechselten alle vier Feldspieler ein, welche auf der Ersatzbank saßen. Tulbing schöpfte das Austauschkontingent sogar völlig aus, wonach zu drei Gelegenheiten (vier inklusive Pause) in Summe fünf Wechsel vorgenommen werden können. Auch der Tormann wurde eingewechselt.

Diese neue Regel, die in Corona-Zeiten als Reaktion auf das dicht gedrängte Programm erfunden wurde, sollte beibehalten werden. Dass alle „Bankerl-Sitzer“ auf einen Einsatz hoffen dürfen, ist nur gut.