Lucas Miedler kann es schaffen. Wolfgang Stritzl über einen perfekten Start ins neue Jahr.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 28. Februar 2018 (01:07)

Applaus! Tennis-Hoffnung Lucas Miedler hat das Future in Sharm El Sheikh gewonnen. Für den Tullner war es der fünfte Turnier-Sieg auf Future-Ebene. Während er im Doppel schon 26 (!) Titel errungen und in der Weltrangliste ein Karriere-Hoch von Platz 204 zu Buche stehen hat, ist Miedler im Einzel der Durchbruch noch nicht gelungen. Bei zehn Challengern ist er im Vorjahr im Hauptbewerb gestanden, sieben Mal kam das Aus in der ersten Runde.

Wobei „Durchbruch“ relativ ist. Am 30. Oktober 2017 war Miedler im Einzel immerhin die Nummer 300 der Welt. Nur 299 Profis waren besser als er, 1650 schlechter. In einer Weltsportart wohl gemerkt, die von vielen Millionen Menschen betrieben wird. Allein in Deutschland zählen Tennis-Vereine mehr als 1,4 Millionen Mitglieder.

Apropos Deutschland: Am um ein Jahr jüngeren Alexander Zverev darf sich Miedler nicht orientieren. Die Nummer fünf der Welt, die – auch unter der Leitung von Miedlers Ex-Coach Norbert Richter – schon oft mit Miedler trainiert hat, ist eine absolute Ausnahmeerscheinung. Wenn sich Miedler mit jemandem vergleichen darf, dann mit Sebastian Ofner. Ihn hat er schon geschlagen und in der Jugend – als Ofner noch zur Schule ging und sich Miedler voll aufs Tennis konzentrierte – zwischenzeitlich sogar überflügelt. Wenn der gleich alte Steirer die Nummer 129 werden kann, hat auch der Tullner das Zeug dazu.