Neuer Reiz kann nicht schaden. Über den Trainerwechsel beim UHC Tulln.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 26. Februar 2020 (01:00)

Es ist ein Automatismus im Mannschafts-Sport, dass bei ausbleibendem Erfolg der Trainer gewechselt wird. Egal, ob Fußball oder Handball: Der Trainer ist oft das schwächste Glied – vor allem dann, wenn die Meisterschaft in vollem Gange ist und keine neuen Spieler geholt werden können.

Jörg Sibral stolperte über die Niederlage gegen Nicht-mehr-Schlusslicht St. Pölten. Tatsächlich war die erste Halbzeit, in der Tulln aus dem Spiel nur drei Tore warf, peinlich und katastrophal. Sibral ist aber nicht Schuld, dass die Mannschaft am letzten Platz steht. Vor allem gegen St. Pölten fehlte ein Werfer, der, wenn es spielerisch nicht klappt, leichte Tore erzielen kann. Trotzdem war der Trainerwechsel aus Sicht des Vereins nachvollziehbar. Die Mannschaft ist völlig verunsichert, ein neuer Reiz kann nur guttun. Gerade im Abstiegskampf ist es wichtig, aus der Komfortzone zu gehen. Und das gelingt besser, wenn sich die Spieler dem neuen Trainer beweisen möchten.

Trotz Trainerwechsels hat St. Pölten im Abstiegskampf Vorteile. Die Mannschaft ist jung, trainiert viel, scheint konditionell besser als Tulln. Und: Sie hat Tulln auswärts demontiert.

Sollten die Rosenstädter den Klassenerhalt doch noch schaffen, dann ist ein Umbruch absolut notwendig. Sonst wird man in einem Jahr erneut den Trainer wechseln müssen – auch wenn diesen die geringste Schuld treffen sollte.