Tulln zu stark? Liga zu schwach!. Über die bevorstehende Titelverteidigung im Eishockey.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 19. Februar 2020 (01:00)

Die Eishockey-Cracks des EHC Tulln spielen in einer eigenen Liga. Nur eines der elf Saisonspiele ist verloren gegangen. Im Schnitt hat Tulln in jedem Spiel exakt elf Tore geschossen. Überragend waren die 21:0- und 15:1-Kantersiege gegen Stockerau II und Zwettl im Grunddurchgang. Mit dem rekordverdächtigen Ergebnis von Plus 14 (!) endete auch das erste Finalspiel gegen Trautmannsdorf – auswärts bei der zweitbesten Mannschaft der Liga …

„Tulln ist zu gut für die Landesliga, der EHC spielt in der falschen Liga.“ Die Vorwürfe, denen sich der Titelverteidiger ausgesetzt sieht, sind unfair. Soll sich der Verein dafür entschuldigen, dass die Spieler (zu) gut sind? Dass im Training und in der Vergangenheit gute Arbeit geleitet wurde? Nein!

Der EHC hat sich nicht ohne Grund dagegen entschieden, in der neuen Regionalliga anzutreten. Bei Nennschluss verfügte Tulln nur über einen Tormann, der zuvor Back-Up-Goalie gewesen war. Der Kader schien nicht groß genug, um gegen Wiener Vereine bestehen zu können. Die Spieler sprachen sich mehrheitlich gegen einen Wechsel aus. Dass die Saison so einseitig und sportlich wenig wertvoll ist, ist nicht mit der Stärke Tullns zu begründen. Sondern mit der Schwäche der Konkurrenz.