Überraschung & Enttäuschung. Wolfgang Stritzl über die verkehrte Welt in der 1. Klasse Nordwest.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 06. September 2017 (02:12)

Dem SV St. Andrä-Wördern ist in vier Runden das gelungen, wofür er in der vergangenen Saison 15 Spieltage gebraucht hat: drei Siege einzufahren. Jene Mannschaft, die nach ihrer letzten Runde noch um den Klassenerhalt zittern musste und nur dank fremder Schützenhilfe von Tulln oben blieb, mischt plötzlich ganz vorne mit.

Zugegeben, die Tabelle ist noch nicht aussagekräftig, Wörderns Erfolg aber trotzdem beachtlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft praktisch dieselbe ist, dass acht Mann von der Startelf gegen Stetten auch schon in der vorigen Saison für Wördern ihre Wadln hinhielten, dass mit Stefan Holzbauer der Topscorer der vergangenen Saison nur fünf von 360 möglichen Minuten gespielt hat und dass ein (freilich gelernter) Goalie im Tor steht, der vor dieser Saison noch Feldspieler war. Die Gründe für den Erfolg: die neuen Spieler sind echte Verstärkungen, allen voran Mark Akanu. Am wichtigsten aber: Trainer Nenad Jerinic macht super Arbeit.

Für Wörderns Nachbarn Muckendorf ist die Saison bisher eine Enttäuschung. Szabo, Parapatits & Co. haben zwar noch kein Spiel verloren, aber nur eines gewonnen. Die beiden Ex-Profis müssen sich eingestehen, dass die 1. Klasse stärker ist als gedacht. Es wird noch Zeit brauchen, bis ein Rädchen ins andere greift – Zeit, die eine Mannschaft, die Meister werden möchte, aber kaum hat.