Verpflichtung, keine Pflicht. Über den UHC Tulln, der den Cup sehr ernst nimmt.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 11. Dezember 2019 (01:19)

Tullns Handballer sind es gewohnt, auf mehreren Hochzeiten zu tanzen. In der vergangenen Saison spielte der UHC Landes- und Regionalliga, NÖ- und ÖHB-Cup. Und das mit großem Erfolg. Landesmeistertitel, NÖ-Cupfinale, Sieg in der Regionalliga. Der Aufstieg in die Bundesliga war der größte Erfolg in der jüngsten Klubgeschichte.

In der Meisterschaft 2019/20 kämpft Tulln um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Der Cup-Bewerb ist aber alles andere als lästige Pflicht. Sondern eine Verpflichtung. „Als dreifacher österreichischer Cupsieger haben wir die verdammte Pflicht, den Bewerb sehr ernst zu nehmen“, weiß Trainer Jörg Sibral. Nur zwei Tage nach dem Auswärtsspiel in Korneuburg reiste Tulln in stärkster Besetzung zum Cup-Spiel in Kärnten. Der UHC nahm den Landesliga-Verein aus Klagenfurt nicht auf die leichte Schulter – und feierte den von allen und auch sich selbst auferlegten Pflichtsieg.

Andere Bundesliga-Vereine konzentrieren sich auf die Meisterschaft, treten mit einer verstärkten U-21-Mannschaft im Cup an und ärgern sich dann gar nicht allzu sehr, wenn sie von einem Team aus der Landesliga aus dem Bewerb geboxt werden. Das entwertet den Cup-Bewerb. Ist für die „Kleinen“ aber zugleich auch eine Chance, sich bei etwas Losglück mit Erstliga-Mannschaften messen zu können.