Tulln ist kein gallisches Dorf. Über das Ende von Tullner Traditionsbetrieben.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:20)

Nennen Sie mich sentimental, aber mir fehlen immer mehr Tullner Traditionsbetriebe. Mag sein, dass das eine Alterserscheinung ist, wenn der 50er näher rückt. Mag sein, dass Jüngeren Namen wie Bierbaumer und Frank (Mode), Lipp und Riegler (Sport/Spiel) oder Tenora (Baumarkt) nichts mehr sagen. Aber, dass, nachdem Wolffhardt sich auf die Glaserei spezialisierte, sich auch noch Loley aus dem Geschirrhandel zurückzieht, ist ein nächster Schlag für den eingesessenen Handel.

Tulln hat in Sachen Infrastruktur sehr viel richtig gemacht. Man will sich nicht vorstellen, in welchem Zustand die Innenstadt heute ohne Tiefgarage und verkehrsberuhigten Hauptplatz wäre. Lange Zeit wehrte sich Tulln als gallisches Dorf erst gegen Konkurrenz „auf der grünen Wiese“ und später gegen Online-Handel. Aber gegen internationale Trends im Einkaufsverhalten ist auf Dauer offenbar auch in der Gartenstadt kein Kraut gewachsen,
aus dem sich ein wirksamer Zaubertrank brauen ließe.