Kultur im Bezirk Tulln braucht Klarheit. Die Kulturszene ist von der Pandemie schwer getroffen. Dennoch blicken die Verantwortlichen mit Zuversicht in die Zukunft - mit einigen vorsichtigen Konzepten.

Von Helga Urbanitsch und Christa Wallak. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:21)
Ein trauriger Anblick: das leere Danubium. „Um arbeiten zu können brauchen wir klare Vorgaben von der Regierung“, erklärt Kulturmanager Erich Schindlecker.
Erich Schindlecker

Manfred Bichler, Obmann der Kleinkunstbühne Zwentendorf spricht von einer „Katastrophe“ für die Künstler und der gesamten Kulturszene. Für Bichler ist es „unerklärlich, warum wir keine Infos bekommen, wir können überhaupt nicht planen.“ Trotzdem wird nichts abgesagt, die Termine werden, so gut es geht, verschoben. Geplant sind auch Veranstaltungen im Sommer im Freien, aber „die werden auf jeden Fall mit denen auf der Donaubühne abgestimmt werden.“

Klare Vorgaben wünscht sich auch Kulturmanager Erich Schindlecker, „denn nur die bringen Planungssicherheit“. Den Satz „die nächsten zwei Wochen sind die entscheidenden“, will er nicht mehr hören, „was wir brauchen, sind klare Direktiven“. Der Donaubühnenmanager blickt jedoch optimistisch in die Zukunft: „Wir haben das Glück, wunderbare Test- und Impfmöglichkeiten zu haben, darum glaube ich, wären auch Veranstaltungen, vielleicht mit Freitesten möglich.“

Gar nicht „von heute auf morgen voll starten“ könnte die Tullner Kunstwerkstatt. Denn gerade für die Kleinkunst sind die verschärften Vorgaben eine große Herausforderung. „Vielleicht sind wir dann nicht ganz vorne mit dabei, machen aber das, was unsere Ressourcen hergeben“, so Josef Dorninger, Obmann der Kunstwerkstatt Tulln. Aber ganz still steht die KWT dennoch nicht, denn „wir machen dort was, wo es möglich ist.“ Die aktiven Mitglieder des Vorstandes nutzen im Rahmen der Möglichkeiten, jeder für sich die Räumlichkeiten, „aber vom Normalbetrieb sind wir noch weit weg“, weiß Dorninger.

„Wir haben das Glück, wunderbare Test- und Impfmöglichkeiten zu haben, darum glaube ich, wären auch Veranstaltungen, vielleicht mit Freitesten möglich.“

Auch bei dem beliebten Veranstaltungsreigen „musik:erleben“, ehemals Jeunesse ist Geduld angesagt. Gottfried Zawichowski denkt nicht, „dass es in den nächsten Wochen zu einer Teilöffnung kommen wird. Ich glaube auch nicht, dass es sinnvoll ist, darauf zu drängen.“ Für entscheidend hält er „dass die Impfkampagne in die Gänge kommt und wir bis dahin die Nerven nicht verlieren und uns gegenseitig unterstützen.“

In der Galerie „Alte Ordination“ in Absdorf gibt es schon ein vages Zeitkonzept. Das System einer „Kunstinfusion“ pro Quartal ist im Vorjahr gründlich durcheinandergeraten.

„Ich musste die für März 2020 geplante Ausstellung auf Juni verschieben. Die Eröffnung fand in meinem Garten statt. Dadurch waren immer nur wenige Personen in den Galerieräumen“, erzählt Organisatorin Hannelore Pichler.

Zumindest zwei von den drei ausgefallenen Ausstellungen möchte Pichler heuer nachholen: voraussichtlich im Juni den Glaskünstler Jack Ink und im August Pastellmalerei von Krystyna Miller-Gawrzynska sowie Keramikobjekte von Lieselotte Balic. Eine Fotoausstellung wäre auch noch auf der Warteliste.

Im Pleyel Kulturzentrum in Ruppersthal sind vier Konzerte im März vom verlängerten Lockdown betroffen. Aber die Internationale Pleyelgesellschaft ist optimistisch, dass die weiteren 41 Veranstaltungen ihres Jahresprogramms planmäßig über die Bühne gehen.