Was, wenn das Schule macht?. THOMAS PEISCHL über die freiwillige Kürzung der Politikerbezüge in Tulln.

Erstellt am 28. Dezember 2011 (00:00)
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Tullner Politiker werden ab Jänner auf 8,7 Prozent ihres monatlichen Bezuges verzichten. Das entspricht jenem Anteil des aktuellen Finanzrahmens, der laut Syntegration zur langfristigen Budgetkonsolidierung erzielt werden kann.

Die Idee dazu stammt von Ludwig Buchinger, der seit seiner Rückkehr in die Stadtpolitik 2010 ohne Parteibuch schon mehrfach mit lokalpolitischem Hausverstand glänzte. Natürlich klingt die Maßnahme zunächst einmal populistisch. Wie Bürgermeister Eisenschenk feststellte:
„If you pay peanuts, you get monkeys.“ Sinngemäß heißt das so viel wie „Wer zu wenig zahlt, wird nicht unbedingt die besten Köpfe bekommen.“ Andererseits - wie Vizebürgermeister Kraft meinte: „Wegen des Geldes sitzt ohnehin niemand hier.“

Aber die Stadtpolitik muss ein Sparpaket verkaufen, das jeden Tullner irgendwie (schmerzhaft) berühren wird. In dieser Lage den Rotstift zuallererst bei sich selbst anzusetzen, das ist nicht nur solidarisch, sondern auch marketingtechnisch genial.

Nicht auszudenken, wenn das bundespolitisch Schule macht und die Koalitionsstreithanseln bei sich und ihrer eigenen Klientel zu sparen beginnen!

ANGEMERKT

t.peischl@noen.at