Klosterneuburg mischt kräftig mit. Spitzenkandidaten der Parteien stehen großteils bereits fest. Bezirksvertreter begrüßen frühen Wahltermin 28. Jänner.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 31. Oktober 2017 (04:26)
NLK

Kaum war die Nationalratswahl geschlagen, wurde auch schon der nächste Urnengang für Niederösterreichs Wähler fixiert: Am Sonntag, 28. Jänner 2018, gilt es, den Landtag neu zu wählen.

NOEN

„Dieser Termin passt sehr gut, die Leute wollen schließlich ein friedliches Weihnachtsfest. Danach wird es einen kurzen, intensiven Wahlkampf geben“, meint dazu ÖVP-Bezirksparteiobmann Johann Höfinger.

NOEN, NÖN
Christoph Kaufmann, Landtagsabgeordneter aus Klosterneuburg, designierte Nummer 1 der ÖVP.

Nicht mehr zur Wahl stehen wird dann allerdings Landtagsabgeordneter Alfred Riedl. „Wie ich bereits angekündigt habe, als ich die Funktion des österreichischen Gemeindebundpräsidenten übernommen habe, werde ich mit dem heurigen Jahr aus dem Landtag ausscheiden“, erklärt Riedl dazu. Was seine Nachfolge angeht, so werde der Bezirksparteikonvent eine Reihung erstellen, dann soll das bewährte Vorzugsstimmenmodell greifen.

VP-Vorstand für Christoph Kaufmann

Dieser Wahlkonvent soll am 13. November stattfinden. Bezirksparteiobmann Höfinger geht aber davon aus, dass der einstimmige Beschluss des Bezirksparteivorstandes bestätigt und Landtagsabgeordneter Christoph Kaufmann (Klosterneuburg) als Spitzenkandidat für den ganzen Bezirk verankert werden wird. „Der Landtagswahlkampf ist immer eine große und wichtige Sache für unsere Funktionäre und der soeben sehr positiv zu Ende gegangene Bundeswahlkampf wird eine zusätzliche Motivation darstellen“, ist Höfinger überzeugt.

Der designierte Spitzenkandidat Christoph Kaufmann selbst meint: „Dass mich der VP-Vorstand zur Nummer 1 für den Wahlkreis Tulln nominiert hat, ehrt mich sehr. Es zeigt aber auch, dass die neue Bezirksstruktur auf allen Ebenen sehr harmonisch funktioniert und wir das Miteinander in den Vordergrund stellen.“

NOEN, privat
Doris Hahn, Landtagsabgeordnete aus Königstetten, wird erneut die SPÖ-Liste anführen.

Bei der SPÖ zeigt sich Landtagsabgeordnete Doris Hahn mit dem frühen Wahltermin zufrieden. Sie wird wieder als Spitzenkandidatin für die Sozialdemokraten ins Rennen gehen. Das Ergebnis der Nationalratswahl sieht sie jetzt positiv: „Angesichts des Kanzler-Bashings, das in einigen Medien betrieben wurde, sind 27 Prozent durchaus beachtlich. In der Fraktion herrscht jetzt eine Stimmung, die für 2018 hoffen lässt. Wir wollen definitiv gestärkt aus dieser Wahl hervorgehen.“

Bors will FPÖ in Bezirk und Land verdoppeln

Pragmatisch beurteilt FPÖ-Bezirksparteiobmann Andreas Bors den frühen Wahltermin: „Die kalte Jahreszeit ist natürlich schlecht fürs Plakatieren, ansonsten ist es aber gut, wenn die Sache schnell erledigt ist.“ Der Bezirksparteivorstand der Blauen wird zwar erst im November tagen, aber: „Wenn es gewünscht wird, stehe ich natürlich gerne als Spitzenkandidat zur Verfügung“, so Bors. Er ist überzeugt, dass die Stimmung aus dem Nationalratswahlkampf „mitgenommen“ werden kann.

NOEN
Andreas Bors wartet noch auf Parteivorstand und ist bereit, die blaue Liste anzuführen.

„Unsere Funktionäre sind top motiviert. Ich gehe davon aus, dass sich im Land einiges ändert und wir massiv zulegen werden“, zeigt sich der Spitzenkandidat in spe zuversichtlich. Er hält es sogar für möglich, dass das historisch beste Niederösterreichergebnis der FPÖ von 16,2 Prozent aus dem Jahr 1998 (Ära Jörg Haider) übersprungen werden könne: „Ganz klar: Wir wollen uns im Bezirk wie auch im Land verdoppeln.“

Verständnis für die taktische Komponente hinter dem frühen Wahltermin (üblich waren in Niederösterreich bis zuletzt März-Termine) zeigt die Bezirkssprecherin der Grünen, Ulli Fischer: „Das wird ein kalter Wahlkampf und wenn so früh gewählt wird, dann stellt das eine Benachteiligung der Zweitwohnsitzer dar.“ Außerdem wäre der zeitige Termin nach dieser Nationalratswahl für Grün und Rot natürlich eher von Nachteil. Nichtsdestotrotz ist Fischer überzeugt, dass diese Wahl für die Grünen eine sehr wichtige werde: „Sie ist richtungsweisend für uns, wir sollten uns da schon gut schlagen.“ Ein starkes Ergebnis wäre auch wichtig, um wieder ein Bundesratsmandat zu erreichen, „als Gegengewicht zu Schwarz-Blau“.

NOEN
Grüne-Chef Sepp Wimmer spricht von Geheimaktion. NÖN

Was die Spitzenkandidatur angeht, so kommt auch hier Klosterneuburg zum Zug. „Das wird Sepp Wimmer sein, er ist am längsten dabei, hat mich zur grünen Politik gebracht und sich immer klar im Sinne des Umweltschutzes positioniert“, sagt Fischer. Wimmer selbst begrüßt den frühen Wahltermin: „Je früher der Termin, desto früher gibt es klare Verhältnisse, wie dann weitergearbeitet wird.“