Bezirk Tulln: Gelernt wird jetzt mit Abstand. Für „ortsungebundenen Unterricht“ wurden die digitalen Kompetenzen von Schülern, Lehrern und Eltern gestärkt.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 18. November 2020 (03:45)
Marlies, Hannah und Linda vom Tullner Gymnasium erhielten alle Schulmaterialien mit nach Hause, um daheim optimal für „Distance Learning“ vorbereitet zu sein.
Gutscher

Nach den Oberstufen werden nun auch die restlichen Schulen wie bereits im ersten Lockdown auf Distance-Learning umgestellt. Die Pflichtschulen werden aber für Betreuung, Lernhilfe und pädagogische Unterstützung nach Bedarf offen bleiben.

„Wir sind generell zuversichtlich, dass wir auch im Rahmen des ortsungebundenen Unterrichts unsere Schüler gut erreichen werden können. Die digitalen Kompetenzen aller Beteiligten, Schüler, Lehrer, Eltern wurden in den letzten Monaten im Rahmen des Unterrichts bzw. durch Fortbildungsangebote erweitert“, erklärt die Direktorin des BG/BRG Tulln Irene Schlager. Für einzelne Schüler können hier auch Leihgeräte zur Verfügung gestellt werden. „Oberste Prämisse ist jetzt eine Reduktion der Infektionszahlen. In diesem Sinn hoffen wir, dass nach dem Lockdown der Präsenzunterricht unter Bedingungen fortgesetzt werden kann, die durch ein weitaus geringeres Gefährdungspotenzial gekennzeichnet sind“, wünscht sich die Direktorin.

„Normaler Stundenplan bleibt bestehen“

Die Allgemeine Sonderschule Sieghartskirchen Ollern ist von den Regelungen ausgeschlossen. „Wir haben normalen Präsenzunterricht an der Sonderschule“, so Direktorin Helga Diensthuber, die auch die NMS in Sieghartskirchen leitet. Hier hat das „Distance-Learning schon im Frühjahr gut funktioniert“. Die Videokonferenzen werden nach Möglichkeit stundenplankonform angesetzt, das heißt, der normale Stundenplan bleibt bestehen, die Lehrer stehen zu ihren Unterrichtsstunden zu Verfügung. „Die Eltern bekamen dazu genaue Informationen und mit den Kindern wurde schon im Vorfeld geübt.“ In der NMS Sieghartskirchen wird in Teams gearbeitet, „das ist überschaubar und sicher.“

Außerdem muss eine Unterrichtsstunde nicht zwingend 50 Minuten dauern, denn „stundenlange Videokonferenzen würden in dieser Eindimensionalität der Methodik die Schüler überfordern und zugleich nicht den pädagogisch-didaktischen Grundsätzen entsprechen, auf deren Basis Kinder ihre Kenntnisse und Kompetenzen erwerben können“, ist sich Irene Schlager sicher. Auch ein Betreuungsangebot steht hier zur Verfügung.

„Viele wichtige Informationen haben im Vorfeld gefehlt und fehlen auch jetzt noch. Andrea Gleixner, Direktorin VS2

In der Königstettner Volksschule wird etwa ein Viertel der Kinder betreut. „Außerdem haben wir den Kindern, die nicht Deutsch als Muttersprache haben, empfohlen in die Schule zu kommen“, sagt Direktorin Elfriede Beer.

Von der jetzigen Schulschließung war die Schulleiterin Sonja Kreuzinger von der Volksschule Absdorf „nicht groß überrascht“: „Ich habe damit gerechnet und schon im Vorfeld die Lehrerinnen darauf aufmerksam gemacht, dass damit bald zu rechnen sei.“ Auch beim ersten Lockdown habe alles großteils gut geklappt. „Unsere größte Sorgen sind die Programme, dass sie nicht wieder heillos überfordert sind, und das Internet nicht funktioniert.“ So wurde den Absdorfer Volksschülern alles gut erklärt, und sie wurden am Montag mit Arbeitspaketen ausgestattet.

Direktorin Andrea Gleixner von der Tullner Volksschule 2 rechnete nicht damit, dass auch in den Primarstufen wieder massive Einschränkungen sein werden. „Die Entscheidung dazu haben wir leider erst der Pressekonferenz am Samstagnachmitttag entnehmen können.“

Der zusätzliche organisatorische Aufwand für Lehrerinnen und auch Direktorinnen ist laut Gleixner enorm, „auch deshalb, weil viele wichtige Informationen im Vorfeld gefehlt haben und auch jetzt fehlen. Dank meines hervorragend arbeitenden Teams, war es aber möglich, viele Vorbereitungen am Wochenende zu erledigen“, zeigt sich Gleixner zuversichtlich.

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