Terrier-Terror im Kinder-Streichelzoo. Michelhausen: Zum zweiten Mal riss ein Hunde-Duo Kaninchen und Hühner in privatem Gehege. Amtstierarzt sieht Halter in der Pflicht.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 20. Juli 2021 (16:12)
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Einer der beiden Airedale Terrier, ertappt auf frischer Tat.
NOEN

Familie F. aus einer Katastralgemeinde ist verzweifelt: „Jetzt ist es schon wieder passiert! Zwei freilaufende Airedale Terrier eines Landwirts aus dem Ort haben unsere Hühner und die Kaninchen unserer Kinder gerissen.“

Schon im Oktober 2020 waren die Hunde zunächst in das eingezäunte Grundstück und dann auch noch in die Käfige und Gehege eingedrungen und hatten dort sämtliche Tiere, derer sie habhaft werden konnten gerissen. „Wir erstatteten damals keine Anzeige, weil der Halter beteuerte, dass er seine Hunde künftig sicher verwahren würde“, berichtet der Familienvater. Der Schaden wurde über die Versicherung erledigt, es wurden neue Hühner und Kaninchen angeschafft, die Gehege verstärkt. Allerdings blieb ein ungutes Gefühl.

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Die frisch gerissenen Kaninchen im Garten von Familie F.
privat, privat

Zurecht, wie sich traurigerweise zeigte. Am 7. Juli schlugen die beiden Airedales erneut zu und töteten sämtliche Hühner und vier Kaninchen. „Glück im Unglück: Wir konnten die Hunde wie schon beim ersten Mal in flagranti stellen und fotografieren“, berichtet Herr F. Diesmal erstattete er Anzeige bei der Polizei Atzenbrugg, nicht zuletzt wegen der Kinder: „Die sind natürlich besonders verzweifelt.“ Die Polizei erstattete wiederum Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft, wo Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler umgehend tätig wurde: „Es handelt sich um klare Verstöße gegen das Hundehalte- und gegen das Tierschutzgesetz.“ Der Halter sei dafür zuständig, dass Hunde das eigene Grundstück nicht selbstständig verlassen können. Nur so könne er sicherstellen, dass die Terrier ihren Jagdtrieb nicht ausleben. Die Gemeinde solle das künftig prüfen. Bleibe der Halter uneinsichtig, drohe letztlich ein Hundehalteverbot.