Tullner Schulbus-Fahrer rastete aus: 10-Jährige in Angst

Eine 10-Jährige unterbricht aus Angst die Heimfahrt, Chauffeur bleibt uneinsichtig, VOR-Anwort reagiert verhalten.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:13
Lesezeit: 2 Min
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Auf der Buslinie von Schubertpark nach Bahnhof Tullnerfeld kam es zu diesem Vorfall.
Foto: Wallak

Eine 10-jährige Schülerin wollte mit dem Bus von der Haltestelle Schubertpark nach Hause nach Freundorf fahren. So weit kam sie aber nicht. Der Bus hielt aufgrund der getätigten Stopp-Taste bei der Haltestelle Tulln Umspannwerk.

Offensichtlich hatte jemand aus Spaß, zu früh oder unabsichtlich den Türknopf gedrückt, jedenfalls wollte kein Fahrgast den Bus verlassen. „Wenn jetzt nicht sofort jemand aussteigt, dann fahre ich nicht mehr weiter!“, schrie der Buslenker. Darauf meinte das Mädchen unter Tränen: „Ich habe Angst vor Ihnen“ und stieg vorzeitig aus.

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Mutter stellte Buslenker zur Rede

Ihre darüber verärgerte Mutter konnte daraufhin den Chauffeur bei der Tullner Busgarage zur Rede stellen: „Er hat in einem sehr unfreundlichen Ton sowohl mich als auch meine Tochter beschuldigt, dass wir lügen und dass alles nicht stimmt. Nachdem ich ihn immer wieder mit Aussagen meiner Tochter konfrontierte und meine Tochter weinend ihm ebenfalls ihre Sicht der Sache schilderte, hat der Fahrer nach und nach zugegeben, was er und wie er es gesagt hat. Also hat meine Tochter nicht gelogen!“

„Er hat aber absolut nicht eingesehen, dass er einen Fehler gemacht hat und sich auch nicht für sein Verhalten entschuldigt. Am Ende meinte er noch, ich als Mutter sei Schuld, dass mein Kind so ängstlich ist“, schildert die Mutter.

Sie richtete eine Beschwerde an den VOR-Kundendienst, die eine Woche lang unbeantwortet blieb. Auf Nachfrage der NÖN formulierte VOR sehr allgemein: „Natürlich nehmen wir jeden einzelnen unschönen Vorfall sehr ernst und möchten uns bei Mutter wie Tochter entschuldigen. Der aktuelle Fall ist in Bearbeitung durch das betreffende Unternehmen. Es wurde eine Stellungnahme eingeholt und gegebenenfalls werden Konsequenzen zu ziehen sein.“ Eine Rückmeldung an die betroffene Familie wurde in Aussicht gestellt.

Die Mutter will verhindern, dass sich so etwas wiederholt: „Ich hoffe, dass es Konsequenzen für den Mitarbeiter geben wird und andere Kinder dies nicht erleben müssen.“

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