Stadtgemeinde Tulln als Impf-Pionier. Tulln schafft mit ansässigen Praktikern in Form der ersten und aktuell einzigen Impfstraße Niederösterreichs hohe Kapazitäten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:34)
Im Team für die Einrichtung der ersten Impfstraße Niederösterreichs: die Mediziner Markus Weilharter, Vera Witsch, Nicole Edhofer und Franz Bichler sowie Gesundheitsstadträtin Paula Maringer (2.v.l.), Bürgermeister Peter Eisenschenk (3.v.r.) und Abteilungsleiter Christian Holzschuh (Stadtgemeinde Tulln, r.).
Stadtgemeinde Tulln

„Auf die Verfügbarkeit des Impfstoffes haben wir keinen Einfluss, aber wir werden mit unserem Know-how, guter Organisation und Logistik unseren Beitrag leisten, dass die vorhandenen Impfdosen so rasch wie möglich „verimpft“ werden können. Die Verabreichung ausschließlich in Arztpraxen würde eine Frequenz, wie wir sie mit dieser Infrastruktur schaffen, nicht abdecken können“, erläutert Bürgermeister Peter Eisenschenk, der bereits Anfang Jänner die Vorteile von Impfstraßen beim Land Niederösterreich deponiert hat.

Sein Dank gilt den Medizinern des Hausarztteams Tulln, Nicole Edhofer, Philip Tesik und Markus Weilharter sowie Stadtarzt Franz Bichler, die innerhalb der Ärzteschaft die Weichen für die Tullner Impfstraße gestellt und die medizinische Leitung sowie Durchführung übernommen haben. Außerdem dankt er dem Universitätsklinikum, dem Roten Kreuz und allen weiteren Helfern für ihre Unterstützung.

„Arztpraxen allein würden die Frequenz nicht schaffen.“ Bgm. Peter Eisenschenk

Zwei Faktoren bestimmen die covid-Impfungen: Der Menge des vorhandenen Impfstoffes sowie der Organisation der Impfung selbst. Letzteres stellt durchaus eine Herausforderung dar. Denn Geimpfte sollen nach der Impfung 20 Minuten unter ärztlicher Aufsicht stehen, wodurch Ordinationen rasch an ihre Grenzen stoßen. Nach den Erfahrungen der Impfaktion „Ärzte impfen Ärzte“ werde sich das deutlich steigern lassen, wie die Mediziner betonen.

Für die Tullner Impfstraße in der Niederösterreich-Halle spricht die hohe Frequenz, mit der geimpft werden kann: Dank der Mitarbeit zahlreicher Ärzte und der organisatorischen Erfahrung, die die Stadtgemeinde bei Großveranstaltungen und Teststraßen sammeln konnte, können bereits zu Beginn mindestens 42 Personen pro Stunde geimpft werden, vorausgesetzt es gibt ausreichend Impfstoff.

Die Auswahl bzw. Reihung der zu impfenden Personen sowie die Zuteilung der Impfstoffe erfolgt zentral durch das Land Niederösterreich. Flaschenhals für die flächendeckende Impfung bleibt die Verfügbarkeit des Impfstoffes.

In der Region konnten sich aktuell etwa 900 Personen über 80 einen Termin über die Online-Anmeldung bei Notruf NÖ sichern.

Laut nationaler Strategie können sich zunächst Personen über 80 Jahre und mit Trisomie 21 über die zentrale Anmeldeplattform www.impfung.at anmelden. Es folgen Personen über 65 Jahre mit stark erhöhtem Risiko. Die ersten Termine für die Impfungen stehen mit 19. und 21. Februar fest, weitere folgen an den Wochenenden darauf.