Wird Frank Haus in Tulln geschleift?. SÜBA, ein Unternehmen der Hallmann Holding, will Wohnungen und Geschäfte errichten.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:24)
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Bürgermeister Peter Eisenschenk und Vizebürgermeister Harald Schinnerl sind vorsichtig optimistisch und haben in den letzten Monaten im Hintergrund an der Realisierung des SÜBA-Projekts gearbeitet.

Man wagt es ja kaum zu schreiben, aber nach mehr als 15 Jahren könnte sich unter glücklichen Umständen vielleicht tatsächlich etwas am „Geisterhaus-Zustand“ des ehemaligen Modehauses Frank in der Wiener Straße ändern.

Wer der Meinung ist, dass der Einstiegssatz sehr vorsichtig formuliert ist, möge bitte die unten stehende Chronologie der Ereignisse lesen und auf sich wirken lassen. Aber zurück zur Gegenwart: Am Mittwoch, 26. Juni, hat tatsächlich eine Anrainerversammlung in Zusammenhang mit einem überarbeiteten Projekt stattgefunden.

Bauträger ist diesmal die SÜBA AG, eine 100-prozentige Tochter der – richtig geraten – Hallmann Holding, die laut Statement von Vorstand Heinz Fletzberger „seit 38 Jahren erfolgreich als Bauträger in Österreich in verschiedensten Asset Klassen (Wohnen, Gewerbe, Hotels, etc.) tätig ist.

Frank Haus mit Umbau zum Leben erwecken

Das Unternehmen habe dabei bereits über 300 Projekte umgesetzt und ein „Development Volumen“ von rund 1,5 Milliarden. Aktuell werde in enger Abstimmung mit der Stadtgemeinde und den Anrainern versucht das Tullner Frank Haus wieder zum Leben zu erwecken, um einen Umbau mit freifinanzierten Wohnungen, betreutem Wohnen und Geschäften im Erdgeschoß umzusetzen.

Die SÜBA AG hofft, dass durch die aktuelle Prüfung eine Lösung mit der Gemeinde gefunden werden kann, um eine Umsetzung des Projektes zu ermöglichen.

„So weit wie jetzt waren wir noch nie.“ Vizebürgermeister Harald Schinnerl

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Bürgermeister Peter Eisenschenk und Vizebürgermeister Harald Schinnerl sind vorsichtig optimistisch und haben in den letzten Monaten im Hintergrund an der Realisierung des SÜBA-Projekts gearbeitet.

Konkretere Angaben zu dem Projekt oder gar eine Visualisierung lässt sich das Unternehmen derzeit noch nicht entlocken. Nachdem aber bereits Gespräche mit Anrainern geführt wurden, hört man in Tulln, dass der aktuelle Plan mehr als 80 Wohnungen und die Errichtung einer Tiefgarage vorsieht.

Prominenter Teilnehmer der eingangs erwähnten Anrainerversammlung war Vizebürgermeister Harald Schinnerl, der selbst in unmittelbarer Nähe des Frank Hauses wohnt. „Das Projekt wurde vorgestellt. Dabei stellte sich auch heraus, dass auf einer Seite die Grundgrenze nicht ganz stimmt. Aber das ist ganz normal. Die digitale Vermessung bringt derartige Dinge heutzutage einfach zum Vorschein“, berichtet Schinnerl.

Die Anrainer würden es grundsätzlich aber befürworten, wenn das Areal endlich wieder genutzt wird, denn „der Leerstand einer derartig großen Fläche mitten im Zentrum ist einfach schlecht für die Stadt.“ Natürlich sei ein großvolumiger Wohnbau für den einen oder anderen Anwohner eine massive Umstellung.

„Aber ich gehe davon aus, dass der Investor hier im Sinne der guten Nachbarschaft Lösungen findet“

Auch in Sachen Abriss und Bautätigkeit gebe es Befürchtungen, einerseits weil einige Gebäude in der unmittelbaren Umgebung schon sehr alt sind, andrerseits auch von Seiten der umliegenden Gastronomie.

„Aber ich gehe davon aus, dass der Investor hier im Sinne der guten Nachbarschaft Lösungen findet“, zeigt sich Schinnerl vorsichtig optimistisch und: „So weit wie jetzt waren wir noch nie. Ich gehe davon aus, dass die Grenz-Einigung demnächst erfolgt. Wenn es dann bei der Bauverhandlung keinen Einspruch gibt, kann der Bauwerber mit den Arbeiten beginnen.“ Im Idealfall wäre das noch in diesem Jahr.