Tullner Schulen starten neu durch. Die Ferien sind vorbei, die NÖN erhob Schwerpunkte im Pflichtschulbereich, aber auch in den Höheren Schulen im Bezirk.

Erstellt am 06. September 2017 (05:11)
Die beiden aufgeregten Taferklassler Maximilian und Felix sind stolz, nun endlich auch zu den „Großen“ zu gehören.
NOEN, Werdath

Ob freudig, ängstlich, aufgeregt oder mit eher mit gemischten Gefühlen ... für kleine und große Schüler geht es auch in Tulln in eine neue Schuljahresrunde.

Bei den Jüngsten steht der Erwerb der Grundkompetenzen natürlich im Vordergrund, doch auch hier gibt es bereits Angebote (z.B.: „BeeBots“, ein Bodenroboter), die den Einstieg in die digitale Landschaft begleiten. Dazu gibt es Projekte zu Themen wie Verkehrssicherheit, Gesundheit, Klimaschutz, Kunst, Wissenschaft u.v.m.

Praxisprojekte bereichern Ausbildung

„Ziel ist es, den Schülern möglichst viele Zugänge zu schaffen. Wir wollen die Fähigkeit zu lösungs- und prozessorientiertem Denken vermitteln“, erläutert Pflichtschulinspektorin Eva Rosskopf. Was die Förderung betrifft, haben die Tullner Schulen eine Vorreiterposition, sei es im Bereich Sonderbedarf, bei individuellen Defiziten oder bei (Hoch)Begabungen. Bei allfälligen Schwierigkeiten werden auch mobile Lehrerteams, Mediatoren, Sozialarbeiter und Schulpsychologen herangezogen.

Die Gymnasiasten des im letzten Jahr u.a. mit dem „MINT-Gütesiegel“ (für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) versehenen Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Tulln erwartet ein breit gefächertes Spektrum an Unterrichtsfächern, bereichert durch verschiedene Projektwochen, Sprachreisen, Wettbewerbe und dergleichen mehr.

„Neben Lesen, Schreiben und Rechnen sollen Schüler eigenständiges Denken und einen sinnvollen Gebrauch der digitalen Landschaft erlernen .“ Eva Rosskopf

An der von Bürgermeister Peter Eisenschenk als Schulleiter geführten Handelsakademie und Handelsschule Tulln wird kaufmännische Theorie mit Firmenpraxis kombiniert. In diesem Jahr wird der internationale Ausbildungszweig forciert, in dem in vielen Gegenständen Englisch Unterrichtssprache ist. Zudem wird die geforderte Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0“ der Bildungsministerin bereits in die Tat umgesetzt und im kommenden Schuljahr weiterentwickelt. Die HAK Tulln war nicht nur die erste Schule mit modularer Oberstufe, sondern ist als Pilotschule auch führend beim Einsatz der fachspezifischen Software BMD. Außerdem können eine Reihe von Zusatzqualifikationen erworben werden.

In vielen Schulen gibt es Zusatzqualifikationen

Die neuen Mittelschulen legen Schwerpunkte in Bereichen wie EDV, Musik, Sprachen oder Sport. Fachfrau Rosskopf betont die Bedeutung dieser modernen Schulform in Tulln, die „absolut ihre Berechtigung hat und sehr gute Erfolge zeigt“. Die Tullner NMS öffnen sehr gerne ihre Pforten und laden zu Tagen der offenen Tür ein, wo Interessenten Arbeitsweisen und Erfolge unmittelbar kennenlernen können und Fragen, die um diese Schulform bestehen zu beantworten.

Die HBLA für Landwirtschaft und Ernährung, Schloss Sitzenberg legt viel Wert auf Persönlichkeitsbildung und fördert mit offenen Lernformen die Selbstwirksamkeit und Offenheit ihrer Schüler. Als Ausbildungsschwerpunkt wird: Ökosoziales Produktmanagement geboten. Ökononomie und Ökologie stehen im Vordergrund um Zukunfstfähigkeit zu erreichen, beispielsweise über innovative Unterrichtsprojekte wie „Green Care - Vielfalt“. Auch hier wird in Teilen bereits Englisch als Unterrichtssprache genutzt.

Schule ist Bildung mit Spaß und Freude

An der Höheren Bundeslehrantalt für Wirtschaftliche Berufe in Tulln wird in den Bereichen Kultur, Freizeit und Touristik fächerübergreifend gelehrt und gelernt. Ganzheitliches Denken und Handlen wird in den Mittelpunkt gestellt. Um den zeitgemäßen wirtschaftlichen Ansprüchen Rechnung zu tragen, wird unter anderem eine Europaklasse mit drei Fremdsprachen angeboten. Soziales Engagement und künstlerischer Ausdruck sind ebenso Teil der Ausbildung, die das Erleben von Kultur und Tourismus auf nationaler und internationaler Ebene zum Ziel macht.

Pflichtschul-InspektorinEva Rosskopf: „Wir wollen Freude am Lernen vermitteln.“
NOEN, Kainzbauer

Neuer Schwerpunkt ist die vertiefende Ausbildung „Fit 4 the Job“, in der im Rahmen der dreijährigen Fachschule das praxisorientierte Arbeiten für den Erwerb von Berufskompetenzen im Vordergrund steht. Auch hier können zahlreiche internationale (insbesondere Sprach-)Zertifikate erworben werden. Als Projekte sind im Fach „Unternehmens- und Dienstleistungsmanagement“ mit Gästen aus der Region geplant.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Viele Schulformen führen zum Ziel. Und wie sich zeigt, biete jede Schule mehrere Wege zu einem breiten Spektrum an attraktiven Ausbildungszielen. Klar wird auch: Bildung heute heißt auch, dass der Persönlichkeitsentwicklung ein ebenso hoher Wert beigemessen wird.