Erste Signale für eine HTL in Tulln. Harmonische Töne in der Stadtpolitik: Bürgermeister zitiert Beethoven. FPÖ ist erstmals bei Fraktionsrunde vertreten.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 15. Januar 2020 (04:22)
Harald Wimmer (SPÖ), Rainer Patzl (Grüne), Peter Eisenschenk und Peter Höckner (beide TVP), Sonja Lengauer (NEOS) und Andreas Bors (FPÖ) stellten sich nach dem offiziellen Teil zum Gruppenfoto.
Peischl

Im Jahr der Gemeinderatswahl war das Neujahrstreffen im Atrium des Rathauses besonders begehrt. „Über 900 Menschen haben sich angemeldet, erstmals gibt es eine Live-Übertragung in einen zweiten Raum“, sagte Moderator Andi Gröbl zur Begrüßung. Die Besucher erhielten einen umfangreichen politischen Jahresrückblick und eine Vorschau auf kommende Projekte. Erstmals wurde etwa eine HTL für Tulln konkret in Aussicht gestellt.

Getreu dem Tullner Motto, „das Miteinander vor das Trennende zu stellen“ waren bei der Eröffnungsrunde fast alle Fraktionen vertreten, nur TOP zog es vor, parallel den eigenen Wahlkampfauftakt zu veranstalten .

Mit Sonja Lengauer (NEOS) wurde die Männerrunde um eine Bildungsexpertin erweitert. Sie erneuerte die Forderung ihrer Partei nach einer HTL, die auch in Tulln eine technische Ausbildung anbietet.

Andreas Bors beendete die jahrelange Abwesenheit der FPÖ beim Neujahrstreffen. Er zeigte sich erfreut, dass die Park&Drive-Anlage bei der S5-Auffahrt „nachdem sie erst schubladisiert wurde, jetzt doch umgesetzt wird.“

Die weiter wachsende Bedeutung von Bäumen und Grünräumen stellte Rainer Patzl (Grüne) in den Vordergrund, denn „die Hitze des vergangenen Sommers wird in Zukunft noch vergleichsweise kühl sein“.

Um auf den Kassenärztemangel in Tulln aufmerksam zu machen, packte Dr. Harald Wimmer (nein, er ist kein Mediziner!) den Arztkittel und das Stethoskop aus.
NOEN

Einen Hauch von Aktionismus brachte Harald Wimmer (SPÖ) in die Veranstaltung: Im Arztkittel machte er auf den Kassenarzt-Mangel in Tulln aufmerksam.

Bürgermeister Peter Eisenschenk bettete seine Ansprache ins Beethoven-Jahr 2020 ein. Der große Komponist habe für seine neunte Symphonie rund ein Jahrzehnt benötigt und große Ausdauer bewiesen. Das gelte auch für Tulln. Die Stadt habe viel erreicht und noch viel vor.

Unter anderem bringe das Haus der Digitalisierung echte Chancen, eine HTL für Informatik nach Tulln zu bringen: „Erste Gespräche an höchster Stelle habe ich bereits geführt“, so Eisenschenk.

Bis 2025 sollen Einrichtungen der Gemeinde CO -neutral sein, dazu werden nicht weniger als fünf Millionen Euro in den Ausbau der städtischen Photovoltaik-Anlagen investiert.