„Musik erleben“ steht im Fokus . Eine neue Konzertreihe löst die Jeunesse-Konzerte in Tulln ab. Saison 20/21 sind acht Konzerte geplant.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 13. Oktober 2020 (17:54)
Gottfried Zawichowski, Judith Fliedl, Johanna Estermann und Christine Roider als „Trio Artio“ beim Konzertabend im Atrium.
Urbanitsch

In Tulln gibt es ab sofort einen neuen Konzertzyklus, der sich „musik:erleben“ nennt.

Dank der Unterstützung durch die Stadt Tulln und des Landes Niederösterreich war es möglich, eine Reihe zu programmieren, die im besten Sinne „alle Stückeln spielt“, erklärte Gottfried Zawichowski, Geschäftsführer der Musikfabrik Niederösterreich.

Nach 49 Jahren gibt es in Tulln aus wirtschaftlichen Gründen keine Geschäftsstelle der Jeunesse mehr. 35 Jahre lang wurde sie von Gottfried Zawichowski betreut. Die Kooperation der Musikfabrik mit der Stadt Tulln macht „musik:erleben“ wieder möglich.

Emotional und mit großer Freude begrüßte Gottfried Zawichowski sein treues Publikum im Atrium: „Mir fehlen die Worte, ich hätte nie damit gerechnet, dass so viele kommen.“

Nach sieben Monaten Pause war bei Musikern und auch Besuchern die Sehnsucht nach Musik groß.

„Mir fehlen die Worte, ich hätte nie damit gerechnet, dass so viele kommen.“

Um alle Covid-19-Vorgaben zu erfüllen, wurde einiges für die Veranstaltung im Atrium verändert. Darunter die Einbahnregelung beim Buffet und der Abstand bei den Sitzplätzen mit bereitgestelltem Tischchen. „Wir wollen es uns gemütlich machen“, lautete die Devise, „machen Sie Dinge, die normaler Weise beim Konzert verboten sind“, ermunterte Zawichowski das Publikum. Zum Beispiel Trinken und das Klatschen zwischen den einzelnen Sätzen.

Als Auftakt der neuen Zyklusreihe startete das „Trio Artio“. Die drei Vollblutmusikerinnen Judith Fliedl (Violine), Christine Roider (Violoncello) und Johanna Estermann (Klavier) überraschten mit delikater Kammermusik. „Wir haben uns zwei Koryphäen der Kammermusik ausgesucht, Schubert und Haydn“, so die Musikerinnen.

Geboten wurden der Sonatensatz für Klaviertrio in B-Dur von Schubert, Haydns Trio in C-Dur sowie eine subtile Elegie von Josef Suk. Nach der Pause folgte das Trio Nr. 4 von Dvorak in sechs Sätzen.

Mit viel Applaus dankte das Publikum dem Trio für den genussvollen Musikabend.

Übrigens wird das seit Jahren bewährte Wahlabo-System beibehalten. So können Konzertbesuche von den Abonnenten frei eingeteilt werden.