Lukas Resetarits lässt leben und feiert seinen 70er

Erstellt am 30. August 2017 | 05:56
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(Fast) 70 Jahre und kein bisschen altersmilde: Lukas Resetarits ist politisch und diskussionsfreudig wie eh und je.
Foto: NOEN, Peischl
Zum 70er zeigt sich der Grandseigneur politisch weiterhin kritisch. Altersmilde ist für ihn „ein Euphemismus für Resignation“.
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Am Freitag, 22. September, findet im Danubium die offizielle NÖ-Premiere des aktuellen Programms von Lukas Resetarits statt. Drei Wochen später feiert der Grandseigneur des österreichischen Kabaretts seinen 70er. Mit der NÖN traf sich der Publikumsliebling im Donaugastgarten seiner Wahlheimatstadt Tulln zum Gespräch.

NÖN: Ihr 26. Programm heißt „70er - leben lassen“, ein sehr schöner, versöhnlicher Titel…
Lukas Resetarits: … und er hat eine schöne Doppeldeutigkeit. Mit 70 denkt man irgendwann ans Ableben, man macht sich aber auch Gedanken über die Zukunft der jungen Menschen von heute. Es gehen Spaltungen durch die Gesellschaft, man wird mit Hass, Drohungen und Vernichtungsgedanken konfrontiert. Und man muss gar nicht erst nach Nordkorea oder in die USA schauen, Psychopathen stehen auch anderswo an der Spitze der Aufmerksamkeit. Oder schauen Sie sich unseren Wahlkampf an, da muss jeden Tag irgendetwas „berichtet“ werden, auch wenn es nichts Berichtenswertes gibt. 27 Fernsehsender, davon 26 Volltrottelkanäle.

Mein Beruf hat hier glücklicherweise eine therapeutische Komponente

Das klingt jetzt immer noch zornig. Gibt es keine Anzeichen von Altersmilde?
Das ist doch oft nur ein Euphemismus für Resignation. Aber auch wenn mir meine Töchter das immer wieder nahelegen: Ich bin leider kein Zen-Buddhist, aber ein sehr kreativer Schimpfer und Flucher, obwohl das natürlich nichts bringt. Mein Beruf hat hier glücklicherweise eine therapeutische Komponente. Was mich wirklich wahnsinnig macht, ist absichtliche Dummheit. Bei vielen geht es nur um Bequemlichkeit, sie wollen sich nicht die Mühe machen zu denken. Dabei wäre so viel mehr möglich, wenn man den Menschen die Lust am Denken vermittelt, wenn wir unsere Kinder animieren, den Staffelstab weiter zu tragen.

Apropos Staffelstab weitergeben: Seit 1999 schreibt Ihre Tochter an den Kabarettprogrammen mit, wie läuft das ab?
Von sich aus wäre Kathrin nicht zum Kabarett gekommen, sie ist ja ein Filmmensch und lehrt das auch an der Uni. Aber sie schätzt, was ich tue, und so arbeiten wir mit großer Freude am Denken, Formulieren und Kritisieren zusammen. Die wissenschaftliche Vorarbeit ist da oft sehr tiefgehend, für „Zeit“ haben wir bis zu Augustinus zurückgeforscht.

Das vollständige Interview findet ihr in der aktuellen Printausgabe der Tullner NÖN. Darin äußert sich Resetarits u.a. zur politischen Lage in Tulln, zum Thema Asylwerber/Ausländer, zu Roland Düringers G!LT und zur bevorstehenden Nationalratswahl.

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