Stadt und Land starten Mobilitätskonzept "LISA.Tulln". Das neue Konzept soll Linienverkehr, On-Demand-Shuttle, Sharing-Angebote, aktive Mobilität und moderne Infrastruktur optimal verknüpfen. Stadt Tulln und Land Niederösterreich investieren jeweils 1,5 Millionen Euro.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 11. Dezember 2020 (12:01)
Die Landesräte Ludwig Schleritzko (l.) und Jochen Danninger (r.) sowie Bürgermeister Peter Eisenschenk präsentierten das neue Mobilitätskonzept "LISA.Tulln".
Thomas Peischl

Die Landesräte Jochen Danninger und Ludwig Schleritzko präsentierten in einer Pressekonferenz gemeinsam mit Bürgermeister Peter Eisenschenk das neue Mobilitätskonzept "LISA.Tulln".

Tulln bietet perfektes Umfeld

"Es wird ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Landes Niederösterreich, aber auch der Stadt Tulln", verspricht Jochen Danninger. Schon 2018 wurde ein digitales Netzwerk als erster Schritt  etabliert, 2019 konnte man das virtuelle Haus der Digitalisierung  eröffnen, das schon heute zeigt was Digitalisierung in unterschiedlichen Lebensbereichen leisten kann. Bis zum Frühjahr 2023 entsteht in Tulln das reale Haus der Digitalisierung und bis dahin wird in Tulln "in einem Schulterschluss aller Beteiligten" auch das neue Mobilitätskonzept umgesetzt.

"Es geht um die Überwindung der letzten Meile zwischen Bahnhof und Arbeitsplatz bzw. Haus der Digitalisierung", sagt Danninger. Als Gartenhauptstadt des Landes, als Messe-, Kultur- und Universitätsstadt, aber auch als Wirtschaftsstandort mit 21 Industrieunternehmen biete Tulln "ein perfektes Umfeld".

Projekt vereint Mobilitäts- und Klimaziele

Ludwig Schleritzko erklärt weiter: "Die Herausforderungen im Individualverkehr steigen. Es geht darum, Mobilitäts- und Klimaziele in Einklang zu bringen." Dazu brauche es zukunftsorientierte Lösungen, wie sie im "Mobility Lab" des Landes NÖ erarbeitet werden. Mit einem ersten Pilotprojekt im südlichen Weinviertel (Mistelbach/Gänserndorf) habe man bereits gute Erfahrungen gemacht. LISA.Tulln soll die optimale Anbindung der Bahnhöfe Tulln und Tullnerfeld gewährleisten, in einer Kombination aus Linienverkehr, On-Demand-Shuttles, Sharing-Angeboten und aktiver Mobilität (wie E-Scootern) und moderner (realer und digitaler) Infrastruktur. "Stadt und Land nehmen dafür viel Geld in die Hand", betont Schleritzko. Insgesamt werden bis zu 3 Millionen Euro investiert, von den Partnern jeweils zur Hälfte finanziert.

Enorme Vorteile für Menschen vor Ort

Für LISA.Tulln sollen fünf Shuttle-Fahrzeuge (zwei 22-Sitzer, drei Achtsitzer), drei E-Carsharing-Fahrzeuge und 20 Scooter angeschafft werden. Der Takt zweier Öffi-Linien soll verdichtet werden, außerdem werden sechs Mobilitätsstationen errichtet. Für das Projekt gibt es bereits einen einstimmigen Tullner Gemeinderatsbeschluss. "LISA passt perfekt, macht Tulln erneut zu einer Vorzeigestadt und bringt enorme Vorteile für die Menschen vor Ort", freut sich auch Bürgermeister Peter Eisenschenk. Es handle sich um ein Projekt für den öffentlichen Verkehr, das es in Tulln in dieser Dimension und Form noch nie gegeben habe. Neben dem Projekt "Grüner Platz" (die NÖN berichtete) sei dies ein weiterer wichtiger Schritt in der Positionierung Tullns als Green Smart City, als Klimavorzeigestadt, die Garten und Digitalsierung verknüpft.