Parkplatzmangel beim Bahnhof Tullnerfeld. Das Parkdeck hätte früher gebaut werden können. Die Parkplatznot dauert noch zumindest bis Jahresende.

Von Lisa-Maria Hasenhindl. Erstellt am 22. Mai 2019 (04:32)
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Viele Pendler parken entlang des Parkverbotes und riskieren dafür einen Strafzettel. Kommen jene im Dunkeln retour, bemerken sie, dass die Laternen defekt sind.

Als vor acht Jahren der Tullnerfelder Bahnhof in Betrieb ging, wurde er häufig als Geisterbahnhof bezeichnet. Viele belächelten die Idee, den Überhol- und Regionalbahnhof an der Schnellbahnstrecke Wien - St. Pölten zu eröffnen.

Mehrmals standen die Rahmenbedingungen des Bahnhofes an der Westbahnstrecke im Kreuzverhör. Die private Eisenbahn „Westbahn“ war unschlüssig, ob der Halt in Tullnerfeld in ihrem Fahrplan Platz bekäme oder nicht, sollte nur in einer Richtung gehalten werden oder doch wieder in beiden.

Schließlich entschied die Bahn, zwischen Wien und St. Pölten nicht mehr zu halten. Auch die Österreichischen Bundesbahnen hatten ursprünglich noch ganz andere Vorstellungen für diesen Bahnhof: Man plante sage und schreibe „um die 20 Parkplätze“ ein.

„Hätte ich es geschafft, dann hätten wir heute keinen Mangel an Parkplätzen.“

Bürgermeister Rudolf Friewald „rannte beinahe im Kreis“, um die Zahl der Stellplätze massiv zu erhöhen. Eigentlich wollte er bereits vor fünf Jahren ein Parkdeck errichten: „Hätte ich es geschafft, dann hätten wir heute keinen Mangel an Parkplätzen.“ Denn es kam, wie es kommen musste, und der Regionalbahnhof gewann rasch an Beliebtheit. Die Folge: Zu wenige Züge und zu wenige Parkplätze für die Unmengen an Berufspendlern, die täglich die Bahn nutzen.

„Ich kann mein Auto leider nicht in meine Tasche packen und mitnehmen“, erzählt eine Pendlerin, die in Wien arbeitet. Von ihrer Pünktlichkeit sind ihre Mitarbeiter abhängig, da sie in einem Schichtbetrieb tätig ist. „Ein Zuspätkommen kann und will ich mir nicht leisten. Darum plane ich mehr Zeit ein und nehme sechs Gehminuten in Kauf, damit ich nicht im Parkverbot stehe.“

NOEN
Das Parkdeck am Bahnhof Tullnerfeld ermöglicht weitere 712 Parkplätze.

Vielen anderen Pendlern bleibt meist nichts anderes übrig, als sich an der Nordseite ins Parkverbot zu stellen. Dann gehen sie die 300 Meter zum Bahnhof und hoffen, dass die Beamten nachsichtig sind und keine Strafzettel verteilen. Dazu kommt, dass die Straßenlaternen entlang der Parkplätze teilweise defekt sind.

Friewald hofft, dass das Parkdeck, welches sich bereits in der Bauphase befindet, bis Ende dieses Jahres fertiggestellt wird.

Bis dahin ersucht Michelhausens Bürgermeister, die Schotterparkplätze an beiden Seiten des Bahnhofes zu nutzen beziehungsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bahnhof Tullnerfeld zu kommen.