Gläubige sind zurück in den Tullner Kirchen. Die Tullner Pfarren beweisen mit der Umsetzung der Gottesdienste Kreativität und Empathie.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 26. Mai 2020 (14:38)

„Die Menschen kommen wieder gerne in die Kirche“, zieht Pfarrer Christoph Kowalski Bilanz über die letzten beiden Wochen. In der Pfarre St. Stephan waren die meisten der markierten Sitzplätze, besonders in der 10 Uhr-Sonntagsmesse belegt.

„Die Menschen suchen wieder Gemeinschaft im Gottesdienst“

„Viele Gläubige weichen aber auch auf die Samstag-Abendmesse und Sonntag um 8 Uhr aus“, bestätigt Kowalski. Um zuviel Volksgesang zu vermeiden, sorgen immer wieder kleinere Gesangsgruppen für musikalische Untermalung. „Es sind internationale Musiker aus vielen Ländern der Erde“, so Kowalski. Zur Abendmesse in die Minoritenkirche kommen zurzeit noch sehr wenige Gläubige.

Anders ist die Situation in der Filialkirche Frauenhofen. „Die Menschen suchen wieder Gemeinschaft im Gottesdienst und freuen sich auf ihre Sonntagsmesse“, so Mesnerin Traude Geiger.

„Hochfahren mit angehaltener Handbremse“

Da der große Fronleichnamsumzug der beiden Tullner Pfarren heuer entfällt, wird Pfarrer Christoph im offenen Cabrio mit der Monstranz durch die Tullner Straßen fahren und die Menschen und Häuser segnen.
Etwas Besonderes ließ man sich auch in der Pfarre St. Severin einfallen. Zu Pfingsten und zu Fronleichnam werden hier Feldmessen abgehalten.

„Hochfahren mit angehaltener Handbremse“ bezeichnete Wolfgang Apfelthaler das Anlaufen und die Teilnahme der bisherigen Sonntags-Gottesdienste in St. Severin. Ob für die „Severiner“ das Anmeldesystem oder nur die allgemeine Vorsicht ein Hindernis für die Teilnahme war, kann nicht genau gesagt werden.

„Für den Gottesdienst im Freien am Pfingstsonntag können wir aus heutiger Sicht zusagen, dass wir für alle angemeldeten Gottesdienst-Teilnehmer für Sitzgelegenheiten sorgen“, zeigt sich Apfelthaler zuversichtlich.

Als kreative Phase und ein „gestalterisches Warten“ bezeichnet die evangelische Pfarrerin Ulrike Nindler die Situation. „Wir haben mit unseren Gartengottesdiensten gute Erfahrungen gemacht.“

Auch diese werden mit verschiedensten Musikinstrumenten und Musikern begleitet. „Wie die Konfirmation ablaufen wird ist noch ungewiss, auf diese Fragen brauchen wir noch Antworten“, so Nindler. Dechant Gregor Slonka bringt es auf den Punkt: „Es gibt mir als Priester viel innere Kraft, wieder Menschen in der Kirche zu sehen.“