Tullner Tierheim: Immer öfter ist Feuer am Dach

Derzeit müssen Menschen, die ihr Haustier weggeben wollen oder müssen, länger auf eine freie Pflegestelle warten.

Erstellt am 22. September 2021 | 05:17
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Elisabeth Kodicek ist Mitarbeiterin der Tullner Pfotenhilfe und wie ihre Kolleginnen für ihre Schützlinge unermüdlich im Einsatz.
Foto: Pfotenhilfe Tulln

„Morgen müssen wir die Schlüssel von der alten Wohnung übergeben, da muss auch das Tier weg sein.“ „Meine Tochter ist aus der Sache herausgewachsen und hat jetzt kein Interesse mehr.“ Mit solchen Aussagen ist Andrea Stark häufig konfrontiert.

In den letzten zwölf Monaten ortet die Leiterin der Tullner Pfotenhilfe einen massiven Anstieg von Familien, die ihr Haustier abgeben wollen. Allergie, Wohnungswechsel, Scheidung, Krankheit und plötzlich längerer beruflicher Auslandsaufenthalt lauten die meist fadenscheinigen Argumente.

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„Die Menschen sollten endlich mehr Verantwortung übernehmen und das Tier als Lebewesen sehen und nicht als Sache, an der man das Interesse verliert“, wünscht sich Andrea Stark.

„Viele Hunde und Katzen werden aus Wien bei uns abgegeben, da das Tierquartier hauptsächlich nur Fundtiere und Tiere aus Beschlagnahmungen aufnimmt. Wir hören dann immer auf Nachfrage, dass das Tierquartier eine Aufnahme abgelehnt hat und wir die letzte Hoffnung wären.“

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Das kann funktionieren, wenn die Leute sich rechtzeitig melden und nicht erst dann, wenn Feuer am Dach ist. Derzeit stößt man jedoch seit vielen Monaten immer wieder an Grenzen. „Wir hatten noch nie so viele Tiere in Betreuung, sodass wir immer wieder vertrösten müssen, dass wir das Tier nicht sofort und auf der Stelle bei uns aufnehmen können, sondern dass es auch einmal 14 Tage dauern kann, bis eine Pflegestelle frei ist.“

Eines freut die Tierschützerin besonders: „Bei uns ist die Spendenbereitschaft nach wie vor gegeben und manchmal sind es sogar sehr großzügige Spender, die uns tatkräftig unterstützen, wenn wir wieder einmal eine OP haben – und davon haben wir leider viele.“

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