„Bauernkompost“ stellt sich neu auf. Biomüll-Verarbeitung in Pixendorf ist Vergangenheit. Unternehmen konzentriert sich auf Landwirtschaft, Holzaufbereitung und Energie.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 04. April 2021 (04:23)
Die Tage des alten Standorts von „Bauernkompost“ südlich der Westbahnstrecke sind gezählt.
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Beschwerden über Geruchsbelästigung durch die Bauernkompostanlage und Sorgen über einen Neubau aus der Bevölkerung waren Anlass für NÖN-Recherchen.

Altholz wird von „Bauernkompost“ fachgerecht von anderen Müll-Teilen getrennt, zerkleinert und für die Neunützung (etwa in Spanplatten) aufbereitet.
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„Vor fast 30 Jahren haben wir diesen Standort ganz bewusst gewählt, weil er weit weg von allen Wohngebieten war. Als dann vor rund 10 Jahren die HL-Bahn kam, war mir klar, dass seine Tage gezählt sind“, zeigt sich Geschäftsführer Walter Klingenbrunner wenig überrascht. „Anrufe wegen Geruchsbelästigung standen bei uns des öfteren an, aber vor allem, wenn Landwirte im Umkreis Gülle ausbrachten und nicht sofort einarbeiten konnten“, sagt Klingenbrunner.

Nach dem Ausscheiden von Mitbegründer Bürgermeister Rudolf Friewald im November 2020 (er bereitet sich auf seine Pension vor und verkaufte auch alle Anteile an der GmbH) ist Klingenbrunner hauptverantwortlich. Er ist dabei, den Betrieb neu aufzustellen.

Noch gibt es an der „Corona-Bar“ am alten Standort Rasenerde, Gartenerde, Biokompost und Rindenmulch zum Abholen in Selbstbedienung.
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Das Grundstück mit der derzeitigen Anlage südlich der HL-Bahn wurde bereits an eine private Investorengruppe verkauft. Was hier entstehen soll, ist noch völlig unklar. Weitere Wohnungen werden es wohl nicht sein. „Die Widmung hier ist Betriebsgebiet und das bleibt auch so“, sagt Bürgermeister Friewald.

Wenige hundert Meter entfernt entsteht an der HL-Bahn-Begleitstraße der neue Standort. Der Betrieb orientiert sich auch inhaltlich neu.
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Klingenbrunner zieht sich aus der Kompostbranche zurück, Biotonnen werden schon seit Ende Jänner nicht mehr in Pixendorf angenommen. Er errichtet nördlich der HL-Bahn neue Gebäude für seinen landwirtschaftlichen Betrieb, sowohl zur Lagerung von Gemüse- und Feldfrüchten, als auch für die Holzaufbereitung. Diesen Zweig von Bauernkompost wird er auch in Zukunft fortführen, genauso wie die Biomasse-Heizwerke in Judenau und Michelhausen. „Das Genehmigungsverfahren läuft, wenn alles gut geht, werden wir den Umzug noch in diesem Jahr abschließen können“, sagt der Geschäftsführer. Großen Wert legt er darauf, alle zehn Mitarbeiter am neuen Betriebsstandort weiter zu beschäftigen.