Fataler Todes-Crash nach Blick aufs Handy. Beim Autofahren war 27-Jähriger vom Handy abgelenkt und verursachte Unfall. Gericht verhängte Gefängnisstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 14. August 2019 (04:32)
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Symbolfoto

„Da war eine Kurve, die ist unübersichtlich. Beim Rausfahren habe ich aufs Handy geschaut, weil ich ständig Nachrichten bekommen habe. Und dann waren vor mir plötzlich zwei Lichter. Es ist alles sehr schnell gegangen“, erzählt ein 27-Jähriger aus Tulln. In Plankenberg kam der Arbeiter von seiner Fahrspur ab, prallte frontal auf der B19 mit seinem Mitsubishi Pajero gegen einen Mazda 2. Am Landesgericht wird ihm nun der Prozess gemacht.

Mit 80 km/h war er bei starkem Regen unterwegs, am 16. März, um vier Uhr früh, durch sein Handy abgelenkt und mit 0,84 Promille nach einem Discobesuch intus. „Zwei Bier habe ich getrunken und einen Schluck Mixgetränk“, erzählt er.

Bei dem fatalen Crash kam die Lenkerin (51) des Mazda ums Leben. Die Hainfelderin (Bezirk Lilienfeld) starb trotz Reanimationsversuchen an der Unfallstelle. Ihr Ehemann (53) wurde schwer verletzt. Serienrippenbrüche, Brustbeinbruch, Verletzungen von Milz und Leber sowie Gehirnerschütterung und Rissquetschwunden erlitt er.

Um Milde bittet der Verteidiger des Tullners. „Mein Mandant war vom Handy, das heutzutage eine Landplage ist, abgelenkt. Es tut ihm alles sehr leid, man kann aber nichts ungeschehen machen.“

Die Richterin spricht den 27-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung schuldig. Es setzt ein Jahr unbedingt verhängte Freiheitsstrafe (nicht rechtskräftig).

„Ein schrecklicher Unfall ist durch grob fahrlässiges Verhalten passiert. Es genügen ein paar Sekunden, in denen man sich beim Autofahren nicht konzentriert, und der Angeklagte ist seit 18 Jahren Feuerwehrmann. Er ist schon oft genug zu solchen Unfällen dazugekommen“, begründet die Richterin.

Und sagt weiters: „Es muss ein Zeichen gesetzt werden, generalpräventiv war die Verhängung einer Gefängnisstrafe notwendig.“ Hinter Gitter müsse der Unglückslenker aber nicht, Fußfesselvollzug sei möglich.

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