Tulln

Erstellt am 07. Februar 2019, 06:18

von Thomas Peischl

Exekutive sucht ihren Nachwuchs im Bezirk Tulln. Schüler aus siebenten und achten Klassen des Gymnasiums informierten sich über spannende Karrieremöglichkeiten.

Beim Polizeivortrag im Tullner Gymnasium: Inspektorin Birgit Kronister, Landespolizeidirektor Konrad Kogler, Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl, Manuela Kleinschuster, Direktorin Irene Schlager, Hannah Oitzl, Gerhard Wartak, Lennart Kramer, Irmtraud Traxler und Bezirksinspektor Christoph Hradil.  |  Peischl

Actionreich und geprägt von der Trendsportart Parcours, so präsentiert sich die Polizei in einem Werbevideo für die vielfältigen Karrieremöglichkeiten, die der Beruf bietet. „Ist das wirklich so?“, war dann auch die erste Frage, die Schüler der siebenten und achten Klassen des BG/BRG Tulln stellten.

Zustande gekommen war diese Infoveranstaltung auf Initiative von Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl: „Wir haben so viele junge Kollegen aus dem Waldviertel, die den Bezirk dann irgendwann wieder in Richtung ihrer Heimat verlassen. Da habe ich mir gedacht, es wäre doch schön, wenn wir mehr Nachwuchs aus unserer eigenen Region rekrutieren könnten.“

Schließlich würden diese Jungpolizisten dann vom Start weg Orts- und Menschenkenntnis mitbringen. Prominent unterstützt wird diese Initiative von Landespolizeidirektor Konrad Kogler, der auch die Einstiegsfrage der Schüler beantwortete: „Natürlich nicht immer aber Teile sind tatsächlich so. Heute wollen wir Ihnen vermitteln, was die Polizei wirklich alles macht.“ Aktuell versehen landesweit rund 4.500 Polizisten ihren Dienst, für die nächsten zehn Jahre werden 2.800 weitere gesucht. „Es findet gerade ein Generationswechsel statt“, erklärte Kogler dazu.

Junge Polizisten, mit Begeisterung dabei

Und damit gar nicht erst Schwellenängste aufkamen, waren es Bezirksinspektor Christoph Hradil, der in Tulln unter anderem Praxisbetreuer für Polizeischüler ist, und Inspektorin Birgit Kronister, die ihre Ausbildung erst im Dezember abschloss, die einen Überblick über Ausbildung und Karrieremöglichkeiten bei der Polizei gaben. Unter dem Überbegriff „Sicherheit und Ordnung“ warten Tätigkeiten vom Bürgerservice über Ermittlungsarbeit bis hin zu Gefahrenabwehr und Prävention.

Die Spezialisierungsmöglichkeiten sind schon in den Polizeiinspektionen vielfältig, von Tatortarbeit über IT bis zur Brandermittlung. In weiterer Folge sind etwa die Ausbildung zum Polizeihundeführer oder für besonders Sportliche die Mitarbeit im Einsatzkommando COBRA möglich. „Und schon in der Grundausbildung verdient man um die 1.300 Euro netto“, berichtete Kronister, „wo gibt es das sonst, dass ich in die Schule gehe und dafür auch noch bezahlt werde?“

Ein Musterbeispiel für eine Polizeikarriere stellt übrigens Sonja Fiegl selbst dar: Mit 17 brach sie das Gymnasium ab, bewarb sich bei der Polizei und wurde dort als „besonders geeignet“ bewertet, wie sich herausstellte zurecht. Fiegl absolvierte Polizeischule, Dienstführendenkurs, holte die Matura nach und nützte die „unglaublichen Fortbildungsmöglichkeiten“. Jetzt ist sie seit zwölf Jahren Bezirkspolizeikommandantin. Was sie besonders schätzt? „Die Arbeit mit Menschen. Darum liebe ich meinen Beruf so sehr.“