Sicherheit liegt in der Verantwortung aller. Zivilcourage und Solidarität sind die wirksamsten Mittel gegen Gewalt. Denn Sicherheit liegt in der Verantwortung aller.

Von Viviane Werdath. Erstellt am 03. Dezember 2017 (03:43)

Gewalt und Misshandlung von Schwächeren sind Themen, die gestern wie heute in allen Gesellschaften Brisanz haben. Auch in unserer.

Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen lud Landesrätin Petra Bohuslav zu einer jährlich wiederkehrenden Veranstaltung ein, die sensibilisieren und bewusst machen soll. Dieses Jahr stand in der Wirtschaftskammer Tulln häusliche Gewalt im Fokus der Diskussion.

„Selbst.Bewusst.Frau“ lautete das Motto, das all jenen helfen soll, die von physischer, psychischer, ökonomischer oder sexueller Gewalt betroffen sind.

Referentin Sonja Fiegl, Bezirkskommandantin der Polizei Tulln sieht sich regelmäßig mit dem Thema konfrontiert.

Kommandantin appelliert an Courage

Österreich habe das beste Gewaltschutzgesetz und eine klare Positionierung gegen Gewalt, denn „wer schlägt, geht“, stellt Fiegl klar. Doch „was wir in unserer Gesellschaft mehr brauchen, ist Zivilcourage“, plädiert sie. Hinschauen, statt wegschauen, Beobachtungen ansprechen, Hilfe anbieten und den Betroffenen zur Seite stehen, das würde viel Leid lindern. Ziel sei es zu helfen, ohne zu verurteilen. Aus ihrer Sicht sind die Ursachen der Gewalt entscheidend. In der Arbeit mit „Gefährdern“ gehe es vor allem darum, gemeinsam Lösungen zu finden.

Die Vernetzung in der Präventionsarbeit sei im Lande schon sehr gut, es fehle jedoch noch an leistbaren Psychotherapien und Interventionsmöglichkeiten, die am Punkt ansetzen wie Anti-Gewalt-Trainings.

Das Wichtigste sei aber die Grundhaltung: „A Watschn is ned gsund!“, betont Fiegl. Gewalt dürfte niemals bagatellisiert oder gerechtfertigt werden. Denn: Jeder, ob Frau, Mann oder Kind, hat ein Recht auf ein gewaltfreies Leben.